Die Marktstimmung rund um den US-amerikanischen Ersatzfleisch-Spezialisten Beyond Meat bleibt angespannt. Nachdem das Unternehmen Mitte August eine weitreichende technische Anpassung seiner Kapitalstruktur vorgenommen hat, zeigen aktuelle Daten eine drastische Veränderung bei den gegen die Aktie gerichteten Wetten. Während die Zahl der leerverkauften Aktien massiv sank, bleibt der Verkaufsdruck am Markt grundsätzlich bestehen.
Massiver Rückgang der Leerverkäufe
Medienberichten zufolge verzeichnete Beyond Meat im August einen Rückgang des Short Interest um 96,1 Prozent. Lag die Zahl der leerverkauften Aktien Ende Juli noch bei rund 130,48 Millionen Papieren, sank dieser Wert bis Mitte August auf etwa 5,12 Millionen Stück.
Trotz dieses nominal hohen Rückgangs bleibt die fundamentale Skepsis der Marktteilnehmer hoch: Rund 30,4 Prozent der im Umlauf befindlichen Aktien werden weiterhin von Leerverkäufern gehalten. Die durchschnittliche Zeit, die diese benötigen würden, um ihre Positionen bei aktuellem Handelsvolumen glattzustellen, beläuft sich auf 2,3 Tage.
Dieser statistische Einbruch bei den Leerverkäufen steht in direktem Zusammenhang mit einer fundamentalen Änderung der Aktienanzahl. Am 14. August vollzog Beyond Meat eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis 1 zu 30. Dieser sogenannte Reverse Stock Split führte dazu, dass jeweils 30 alte Aktien zu einem neuen Anteilschein zusammengefasst wurden.
Ziel solcher Maßnahmen ist es meist, den optischen Kurs der Aktie zu erhöhen und damit institutionelle Anleger sowie die Compliance-Vorgaben der Börsenplätze wieder besser bedienen zu können.
Kursentwicklung nach der Zusammenlegung
Die Marktreaktion auf den Reverse Split und die anschließende Stabilisierungsphase war von hoher Volatilität geprägt. Unmittelbar nach dem Wirksamwerden der Zusammenlegung schloss das Papier zunächst deutlich fester, verlor jedoch an den darauffolgenden Handelstagen wieder signifikant an Boden. Gestern beendete die Aktie den Handel am Dienstag bei 14,19 USD. Damit verzeichnet der Wert über einen Zeitraum von 30 Tagen ein Minus von 14 Prozent.
Das Unternehmen, das derzeit eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 208,50 Millionen Euro aufweist, kämpft seit längerem mit einem schwierigen Marktumfeld für pflanzliche Fleischalternativen. Der Kursverlauf spiegelt die Unsicherheit der Anleger wider, die zwischen technischen Erholungsbewegungen und den langfristigen operativen Herausforderungen des Konzerns abwägen.
Operative Herausforderungen und Analystenkritik
Inmitten dieser technischen Turbulenzen stehen die fundamentalen Daten des Unternehmens unter genauer Beobachtung. Wie vor gut drei Wochen gemeldet wurde, konnte Beyond Meat für das zweite Quartal zwar einen Nettogewinn von 16,4 Millionen US-Dollar ausweisen, profitierte dabei jedoch von Sondereffekten.
Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,2 Prozent auf 68,8 Millionen US-Dollar. Für das kommende dritte Quartal gab das Management eine Umsatzprognose in der Spanne von 60 bis 65 Millionen US-Dollar aus, was auf eine anhaltende Nachfrageschwäche hindeutet.
Zudem lastet eine hohe Verschuldung auf der Bilanz. Das Unternehmen verfügte zuletzt über Barmittel in Höhe von 186,1 Millionen US-Dollar, denen langfristige Schulden von 323,8 Millionen US-Dollar gegenüberstehen. Die Analysten von Barclays bleiben angesichts dieser Zahlen skeptisch.
Das Bankhaus passte sein Kursziel zwar nach dem Aktiensplit an, stuft den Titel jedoch weiterhin mit Blick auf die strukturellen Probleme kritisch ein und nennt ein Ziel von 10 US-Dollar. Im Konsens wird die Aktie von Marktbeobachtern derzeit mehrheitlich als Verkaufskandidat eingestuft.
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