AST SpaceMobile rückt den Beginn des kommerziellen Betriebs näher. Das Unternehmen kündigt an, noch vor Ende 2026 erste, zeitweise verfügbare Mobilfunkabdeckung aus dem All in fünf Märkten zu starten: USA, Kanada, Japan, Großbritannien und Saudi-Arabien. Es wäre der Schritt vom Satellitenbauer zum Netzbetreiber.
Anfangs nur lückenhafte Abdeckung
Der Start fällt bewusst bescheiden aus. Der Dienst steht zunächst nur dort bereit, wo gerade ein Satellit über das Gebiet zieht. Weitere Raumfahrzeuge sollen Dauer und Häufigkeit der Abdeckung schrittweise erhöhen, bis ein durchgehender Betrieb möglich ist. Alles steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
In den USA hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits über 3.000 Funkzellen aktiviert. Bis Jahresende sollen die rund 5.600 Zellen für die zusammenhängenden Staaten folgen. Das ist die Voraussetzung für eine landesweite Einführung.
Frequenzen und Partner
Beim Spektrum peilt AST SpaceMobile in den USA rund 100 MHz Zugang an. Das Unternehmen kombiniert dafür Frequenzen seiner Partner mit Satellitenfrequenzen: 45 MHz im mittleren Band in Nordamerika sowie vorrangige Rechte an 60 MHz im S-Band, jeweils markt- und länderweise. Technisch können die Satelliten etwa 1.150 MHz abdecken, auch hier abhängig von Zulassungen.
Auf der Kundenseite stehen strategische Partnerschaften mit AT&T, Verizon, Vodafone, Rakuten Mobile, Bell Canada, TELUS und stc Group. Insgesamt umfasst das Ökosystem mehr als 60 Mobilfunkbetreiber mit über 3 Milliarden Kunden. Mehr als 60 Bodenstationen sind weltweit installiert oder in Planung.
Die Betreiber bieten den Dienst über ihre bestehenden Netze an, was den Marktzugang vereinfacht. Zugleich verweist das Unternehmen selbst darauf, dass Vereinbarungen teils noch als Vorverträge vorliegen und in endgültige Abkommen überführt werden müssen.
Fertigung im Hochlauf
Die BlueBird-Satelliten entstehen in Midland, Texas. Die Produktion läuft aktuell bis zur Einheit BlueBird 50. Rund 2.250 Beschäftigte arbeiten für das Unternehmen, das sich auf mehr als 3.900 Patent- und Patentanmeldungsansprüche stützt.
Präsident Scott Wisniewski sieht die Satelliten als Plattform, die über Mobilfunk hinaus auch Regierungsanwendungen und KI-Dienste tragen soll. Der nächste messbare Meilenstein ist die Aktivierung aller US-Funkzellen vor Jahresende, mit der der erste intermittierende Dienst starten soll.
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