Die Vorzugsaktie von Volkswagen führt am Mittwoch den DAX an. Auslöser sind Berichte über geplante EU-Schutzmaßnahmen gegen Hybridautos aus China. Der Zeitpunkt ist bemerkenswert, denn der Konzern ringt ohnehin mit Kosten, Umbrüchen und einer schwächelnden Tochter.
Importlimit mit Augenmaß
Die EU bereitet nach Medienberichten Maßnahmen vor, die die Einfuhr chinesischer Hybridfahrzeuge begrenzen sollen. Hintergrund ist der starke Anstieg der Verkäufe in China gebauter Hybride in Europa. Die Obergrenze soll offenbar so niedrig angesetzt werden, dass Gegenmaßnahmen Pekings ausbleiben.
Die VW-Vorzüge legten zeitweise um fast vier Prozent zu. Auch Renault und Stellantis gewannen mehr als vier Prozent, der europäische Branchenindex für Autowerte stieg um gut ein Prozent. BMW gab dagegen leicht nach. Offen bleibt, ob Peking tatsächlich stillhält: Unter Anlegern wächst die Sorge vor einer Antwort, die deutsche Hersteller mit ihrem großen China-Geschäft empfindlich treffen könnte.
Porsche liefert zusätzlichen Rückenwind
Parallel dazu präsentierte die Konzerntochter Porsche ihre Strategie „Sportwagenschmiede ’35“. Der Sportwagenbauer will Kosten drastisch senken, die Gewinnschwelle auf unter 200.000 Fahrzeuge drücken und stärker auf besonders teure Modelle setzen. Zudem plant er, künftig höchstens noch ein Zehntel der Autos in China zu verkaufen.
Die Porsche-Aktie schwankte stark: Erst stieg sie um bis zu gut fünf Prozent, dann drehte sie zeitweise ins Minus. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi hob die geplante Cash-Generierung hervor, die künftige Ausschüttungen stütze. Für Volkswagen ist das relevant, denn der Konzern hält gut drei Viertel der Porsche-Vorzugsaktien. Dieser Anteil ist derzeit rund 29 Milliarden Euro wert. Der gesamte Börsenwert von VW liegt bei nur etwa 35 Milliarden Euro.
Altlast in Großbritannien
Weniger erfreulich ist eine Nachricht aus Großbritannien. Die britische Finanzierungssparte hat für Entschädigungen im Zusammenhang mit überhöhten Autokreditkosten 725 Millionen Pfund zurückgestellt. Erstmals wird damit die erwartete finanzielle Belastung sichtbar. Die Aufsicht FCA hatte ein Entschädigungsprogramm entworfen, das nach Klagen mehrerer Herstellerbanken, darunter VW, im Juli teilweise ausgesetzt wurde.
Analysten sehen Luft nach oben
Die Vorzugsaktie notierte am Morgen bei gut 70 Euro. Die Kursziele der zuletzt beobachteten Analysten reichen von 73 bis 120 Euro. Die Dividende für 2026 lag bei 5,26 Euro je Aktie. Ob die EU ihre Pläne konkretisiert, dürfte der nächste Kurstreiber sein, denn bislang beruht die Bewegung auf Berichten und nicht auf einem offiziellen Beschluss.
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