Zinsdruck und gedämpftes Gewinnmomentum
Morgan Stanley hat heute das Kursziel für Veolia von 38 auf 35 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Equal-weight“ belassen. Die US-Bank begründet die Anpassung mit einem gegenwärtig begrenzten Ertragsmomentum des Umwelt- und Versorgungsunternehmens.
An der Börse hinterlässt die Zurückhaltung ihre Spuren. Im heutigen Handel gibt der Aktienkurs um 1,7 Prozent auf 30,80 Euro nach. Der Schritt der Analysten folgt auf eine schwächere Phase für französische Versorgerwerte, die vor allem durch die Ausweitung der Zinsaufschläge französischer Staatsanleihen belastet wurden.
Geringere politische Anfälligkeit im Heimatmarkt
Gleichzeitig heben die Experten von Morgan Stanley hervor, dass Veolia unter den heimischen Versorgern am wenigsten anfällig für politische Risiken sei. Dies liegt an der internationalen Aufstellung: Lediglich rund 20 Prozent des Konzernumsatzes werden in Frankreich erwirtschaftet.
Auch andere Häuser passten ihre Bewertungen der veränderten Lage an. Am Montag bestätigte Goldman Sachs zwar die Kaufempfehlung, reduzierte das Kursziel jedoch von 41 auf 37 Euro. Medienberichten zufolge hatten sinkende Anleiherenditen und fallende Ölpreise den französischen Leitindex tags darauf zeitweise stabilisiert, bevor die Zurückhaltung der Investoren wieder dominierte.
Langfristige Projekte im Ausland
Dass der Konzern seine Erlöse zunehmend außerhalb des Heimatmarktes absichert, unterstreicht ein Großprojekt in Spanien. Am 26. September gab Veolia bekannt, dass die Gesellschaft vom Metropolitan Council of Barcelona als bevorzugter Bieter für einen Trinkwasserdienstleistungsvertrag ausgewählt wurde.
Die Vereinbarung umfasst ein Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro bei einer Laufzeit von 25 Jahren. Das Vorhaben deckt acht Gemeinden mit mehr als 230.000 Bewohnern ab. Vor dem endgültigen Zuschlag stehen noch die üblichen Bonitätsprüfungen an.
Modernisierung des Netzes in Frankreich
Parallel dazu treibt das Unternehmen Modernisierungsschritte im Heimatland voran. Am 2. Oktober begleitete Vorstandschefin Estelle Brachlianoff die Inbetriebnahme einer ersten Hochleistungs-Filtrationsmembrane im Trinkwasserwerk Méry-sur-Oise des Zweckverbands SEDIF. Das Projekt soll die Reinheit des Trinkwassers weiter verbessern.
Damit steht die operative Weiterentwicklung im Kontrast zur verhaltenen Einschätzung am Kapitalmarkt. Während langfristige Infrastrukturprojekte die Basis bilden, wiegen das makroökonomische Zinsumfeld und das begrenzte Ertragswachstum derzeit schwerer.
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