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Symbolbild, KI-generiert

Toshibas Ausbaupläne setzen Western Digital und Seagate unter Druck

Ein unbestätigter Bericht über Toshibas geplante Kapazitätsverdopplung schürt Sorgen um Margen und Preise der US-Festplattenhersteller.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Western Digital zeitweise über zehn Prozent im Minus
  • Seagate verlor im Handel bis zu 10,31 Prozent
  • Toshiba plant höhere KI-Festplattenkapazität
  • Spürbare Preiseffekte frühestens ab 2028 erwartet

Monatelang kannten die Aktien von Western Digital und Seagate nur eine Richtung. Getrieben vom Boom um künstliche Intelligenz erzielten die beiden Festplattenhersteller Rekordgewinne. Nun gerät das Fundament dieser Kursrally ins Wanken: Berichte über aggressive Ausbaupläne des japanischen Konkurrenten Toshiba wecken am Markt die Furcht vor einem Ende der Angebotsknappheit – und damit vor spürbar sinkenden Margen.

An der Nasdaq rutschte die Aktie von Western Digital zeitweise um 10,04 Prozent auf 416,11 Dollar ab. Bei Seagate belief sich das Minus im Handelsverlauf auf bis zu 10,31 Prozent.

Ein Angriff auf die Margen

Toshiba beabsichtigt, die Fertigungskapazität für KI-Festplatten im Geschäftsjahr 2027 zu verdoppeln. Rund 380 Millionen Dollar sollen in den Ausbau eines Werks auf den Philippinen fließen, um den Marktanteil auf bis zu 30 Prozent zu verdreifachen. Es wäre die erste größere Investition der Japaner in diese Sparte seit fünf Jahren.

Bislang profitierten die etablierten US-Hersteller von einem massiven Engpass bei Speicherkomponenten für Rechenzentren. Die hohe Nachfrage sicherte Western Digital zuletzt eine bereinigte Bruttomarge von über 55 Prozent. Zusätzliche Fertigungslinien würden den Betreibern von Rechenzentren neue Verhandlungsmacht verleihen und den bisherigen Preisaufschlägen der Marktführer die Basis entziehen.

Zweifel an der schnellen Umsetzung

Branchenexperten bezweifeln jedoch, dass der Vorstoß der Japaner so rasch Früchte tragen wird. Das Investitionsvolumen von Toshiba fällt im Branchenvergleich überschaubar aus: Western Digital und Seagate veranschlagen für das Geschäftsjahr 2027 zusammen rund 1,7 Milliarden Dollar an Investitionen. Analysten halten es für fraglich, ob das japanische Budget ausreicht, um den Marktanteil tatsächlich in diesem Ausmaß auszubauen.

Hinzu kommt die dämpfende Wirkung bestehender Lieferverträge. Beide US-Konzerne sichern ihre Konditionen über langfristige Vereinbarungen ab, was kurzfristigen Preisdruck verhindert. Branchenbeobachter rechnen daher frühestens im Jahr 2028 mit spürbaren Auswirkungen auf das Preisgefüge, sollten die neuen Kapazitäten tatsächlich wie geplant hochgefahren werden.

Bislang liegen die Pläne des Konkurrenten lediglich als unbestätigter Bericht vor. Erst wenn Toshiba den Ausbau auf den Philippinen formell ankündigt und mit einem verbindlichen Zeitplan unterlegt, lässt sich der tatsächliche Gegenwind für die US-Konzerne abschätzen.

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Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.