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Thyssenkrupp Aktie: Die nucera-Wette!

Nucera gewinnt ein China-Projekt, während Automotive Technology Stellen abbauen will und Steel Europe höhere mittelfristige Ergebnisziele anstrebt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Nucera erhält China-Auftrag im Millionenbereich
  • Abbau von 160 bis 180 Stellen geplant
  • Stahlsparte strebt 1,2 Milliarden Euro EBITDA an
  • Aktie am Freitag 2,0 Prozent im Plus

Der Industriekonzern Thyssenkrupp treibt den Umbau seiner operativen Einheiten auf mehreren Ebenen voran. Während die Tochtergesellschaft thyssenkrupp nucera einen Neuzugang im internationalen Anlagengeschäft verzeichnete, strukturieren die Sparten Automotive Technology und Steel Europe ihre Strukturen und Zielmarken grundlegend um. Am Aktienmarkt schloss das Papier am Freitag mit einem Kursplus von 2,0 Prozent bei 14,10 Euro ab.

Auslandsauftrag für nucera und Sparpläne im Autosegment

Für operative Impulse sorgte die Wasserstoff- und Anlagentochter thyssenkrupp nucera am vergangenen Dienstag. Das Unternehmen sicherte sich von Hongniu Lanzhou Environmental Protection Technology einen Auftrag im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich für eine Chlor-Alkali-Anlage in China. Der Vertrag umfasst Lizenzierung, Engineering, Beschaffungsdienstleistungen, Schlüsselkomponenten sowie die Unterstützung bei der Inbetriebnahme.

Gleichzeitig lastet die strategische Anpassung der Hochtemperatur-Elektrolyse (SOEC) auf dem Tochterunternehmen: Im August passte nucera die Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 auf einen EBIT-Verlust von 105 bis 75 Millionen Euro an, wovon rund 30 Millionen Euro auf eine Einmalbelastung im vierten Quartal entfallen.

Einen Tag später wurden Einschnitte im Automobilbereich bekannt. Thyssenkrupp Automotive Technology plant vor allem in den Bereichen Entwicklung und Engineering einen Abbau von 160 bis 180 Stellen an den Standorten Essen und Ennepetal. Die Stoßdämpferproduktion in Ennepetal soll dabei unverändert fortgeführt werden. Die neu formierte Struktur des Fahrwerksgeschäfts soll planmäßig am 1. Januar 2027 an den Start gehen.

Mittelfristige Ergebnisziele für das Stahlgeschäft

Bereits zu Beginn der vergangenen Woche standen die Vorgaben für thyssenkrupp Steel im Fokus. Die Sparte erwartet für das Geschäftsjahr 2025/26 ein bereinigtes EBITDA von rund 400 Millionen Euro.

Mittelfristig peilt die Führung ein bereinigtes EBITDA von mindestens 1,2 Milliarden Euro, eine entsprechende Marge von mindestens 11 Prozent sowie einen positiven Free Cashflow an. Mehr als 800 Millionen Euro der angestrebten Ergebnisverbesserung sollen aus internen Eigenmaßnahmen erwirtschaftet werden.

Laut Reuters laufen zudem Gespräche zur Anpassung der staatlichen Förderung für die geplante Direktreduktionsanlage in Duisburg. Ziel ist es, die Anlage in der Anfangsphase auch ohne Wasserstoff betreiben zu können. Von dem gesamten Projektvolumen in Höhe von 3 Milliarden Euro stammen Medienberichten zufolge rund zwei Drittel von Bund und Nordrhein-Westfalen.

Geteilte Reaktionen im Analystenlager

Die vorgelegten Pläne riefen unterschiedliche Reaktionen an den Märkten hervor. Deutsche Bank Research stufte Thyssenkrupp am 29. September mit einer Kaufempfehlung („Buy“) und einem Kursziel von 18 Euro ein. JPMorgan beließ das Votum am 28. September hingegen auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 15 Euro.

Die US-Bank hob dabei hervor, dass das mittelfristige EBITDA-Ziel der Stahlsparte von 1,2 Milliarden Euro deutlich über der bisherigen Schätzung von 0,4 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2026 liege. Seit Jahresanfang verzeichnet die Thyssenkrupp-Aktie ein Kursplus von 51 Prozent.

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