Super Micro Computer erwartet nicht nur deutlich mehr Umsatz, sondern auch eine höhere Bruttomarge als bislang angekündigt. Damit reicht das gestern veröffentlichte Geschäftsupdate über ein reines Nachfragesignal hinaus: Ein günstigerer Kunden- und Produktmix soll die Marge stützen. Für Anleger ist diese Kombination der entscheidende Punkt. Allerdings beruhen die Angaben noch auf vorläufigen, ungeprüften Schätzungen.
Produktmix stützt die Bruttomarge
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 veranschlagt Super Micro die Bruttomarge nun auf 12,0–12,5%. Das Unternehmen führt die höhere Erwartung vor allem auf den Kunden- und Produktmix zurück.
Die Verbesserung begleitet damit das stärkere Geschäft mit KI-Plattformen. Sie ist nicht allein eine Aussage über zusätzliche Nachfrage, sondern auch über die Zusammensetzung der erwarteten Erlöse.
Bislang hatte Super Micro eine Bruttomarge von 10,4–10,8% prognostiziert. Die von Reuters genannte Analystenschätzung lag bei 10,15%. Damit übertrifft die neue Erwartung sowohl die bisherige Unternehmensprognose als auch den Konsens.
Evercore-ISI-Analyst Amit Daryanani bezeichnete die Marge als beeindruckend. Er wertete die Zahlen zugleich als positiven Datenpunkt für die Nachfrage nach KI-Rechenleistung. Seine Einschätzung unterstreicht, warum das Update auch jenseits des reinen Umsatzwachstums Aufmerksamkeit verdient.
KI-Nachfrage übertrifft die Planung
Den Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 schätzt Super Micro inzwischen auf 18,5–19,5 Milliarden US-Dollar. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen eine höhere Nachfrage nach KI-Plattformen.
Die neue Schätzung signalisiert damit ein stärkeres Geschäft als ursprünglich geplant. Aus Sicht der Anleger ergänzen sich Umsatz- und Margenaussage: Das zusätzliche Volumen geht nach den vorläufigen Angaben nicht mit einer niedrigeren Bruttomarge einher.
Die bisherige Umsatzprognose betrug 14,5–15,5 Milliarden US-Dollar. Der von Reuters unter Berufung auf LSEG genannte Analystenkonsens lag bei 15,23 Milliarden US-Dollar.
VanEck-Analyst Matthew Sigel verwies auf Nachfrage von aufstrebenden Neocloud-Anbietern und Cloud-Service-Providern sowie teilweise von Unternehmen. Er deutete das Update als Zeichen eines anhaltenden Ausbaus der Infrastruktur von Neocloud-Anbietern und KI-Laboren.
Abschlusszahlen müssen die Schätzungen bestätigen
Die positive Aussage bleibt an einen klaren Vorbehalt gebunden. Die Abschlussarbeiten sind noch nicht beendet. Der Abschlussprüfer hat die Schätzungen nicht geprüft; endgültige Ergebnisse können davon abweichen.
Die vollständigen Quartalszahlen sind für den 3. November angekündigt. Das Ergebnisgespräch ist für 17:00 Uhr ET geplant. Entscheidend wird sein, ob Super Micro die gleichzeitig angehobenen Umsatz- und Margenerwartungen beim Abschluss bestätigt. Erst dann wird aus dem vorläufigen Signal ein belastbarer Quartalsbefund.
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