Ein Konflikt zwischen Washington und Kiew liefert SES Rückenwind. Die Ukraine hat erklärt, dass Starlink den Zugang zu seinem militärtauglichen Dienst eingeschränkt habe. Anleger spekulieren darauf, dass europäische Satellitenbetreiber davon profitieren könnten.
SES legte im Handelsverlauf um gut fünf Prozent zu und erreichte zeitweise 4,24 Euro, bevor die Aktie leicht auf 4,13 Euro zurückfiel. Der Wettbewerber Eutelsat zog zeitweise um mehr als zwölf Prozent an. Er hatte bereits am Mittwoch um über 23 Prozent zugelegt und am Donnerstag rund die Hälfte davon wieder abgegeben.
Hoffnung auf europäische Alternativen
Marktteilnehmer rechnen damit, dass europäische Regierungen und Unternehmen sich nach Alternativen umsehen, falls der Zugang zu US-Weltraumdiensten unsicherer wird. Ein Analyst von Bernstein führt die Bewegung auf die jüngste Haltung der US-Regierung zurück, die Russland begünstige und die Ukraine benachteilige. Europäische Anbieter rückten dadurch wieder in den Blick.
Ein Selbstläufer ist der Wechsel allerdings nicht. Starlink betreibt rund 10.000 Satelliten, Eutelsat mit seinem OneWeb-Netz nur gut 600. Kunden müssten zudem neue Terminals und Bodeninfrastruktur installieren. Ein unabhängiger Branchenberater hält OneWeb deshalb eher für eine sinnvolle Ergänzung als für einen direkten Ersatz, zumal die kleinere Konstellation für manche Verteidigungszwecke weniger geeignet sein könnte.
Schwache Zahlen im Hintergrund
Die Erholung folgt auf eine schwierige Phase. Nach enttäuschenden Zahlen Ende Juli sackte die Aktie ab: Im ersten Halbjahr sank der Umsatz vergleichbar um fünf Prozent, das bereinigte EBITDA fiel um 6,2 Prozent. Seither notiert SES nahe den Jahrestiefs.
Für Zuversicht sorgt der Auftragsbestand von 6,4 Milliarden Euro. Ein großer europäischer Satellitenauftrag steht demnach kurz vor dem Abschluss. Die Analysten-Kursziele liegen mit 7,69 bis 8,06 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs.
Der nächste Quartalsbericht steht Anfang November an. Er dürfte zeigen, ob sich die Hoffnungen auf Rückenwind aus dem Starlink-Streit auch in den Geschäftszahlen niederschlagen.
Stand heute, 16. Oktober: SES – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in SES investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 16. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
