Samsung legt am Donnerstag vorläufige Zahlen zum dritten Quartal vor. Der Markt erwartet einen Rekord, doch der Termin ist mit Sonderfaktoren aufgeladen, die den Kurs stärker bewegen könnten als die Zahlen selbst.
Rekord erwartet, Latte etwas tiefer
Analysten rechnen mit einem operativen Gewinn von gut 106 Billionen Won. Das wäre knapp das Neunfache des Vorjahresquartals und der vierte Rekord in Folge. Allerdings wurden die Schätzungen seit Ende August um 7,7 Prozent gesenkt.
Die Streuung ist beachtlich. IBK kalkuliert mit 101,7 Billionen Won, FnGuide nennt bis zu 111,4 Billionen. Goldman Sachs kappte die eigene Prognose von 112 auf 106 Billionen Won und verweist auf den starken Won, der die Auslandserlöse in heimischer Währung schmälert. Im dritten Quartal legte die Landeswährung um 14,3 Prozent zum Dollar zu.
Ob Samsung die Erwartungen schlägt oder verfehlt, hängt also davon ab, welche Prognose der Markt als Maßstab nimmt. Wichtiger als die Schlagzeilenzahl dürfte die Frage sein, ob sich die hohen Margen im Speichergeschäft halten. Im zweiten Quartal lag die operative Marge des Konzerns bei 52,2 Prozent. SK Securities erwartet im Speichersegment eine unveränderte Marge von 76 Prozent.
Technische Faktoren verschärfen den Tag
Goldman Sachs warnt vor erhöhter Volatilität. Am Donnerstag fallen drei Dinge zusammen: die Zahlen, die Neugewichtung von sieben Halbleiter-ETFs mit rund 19 Billionen Won Volumen und der Optionsverfall. Hinzu kommt das Ende des Rückkaufprogramms über 15 Billionen Won, womit eine Kursstütze wegfällt.
Ausländische Investoren verkauften zuletzt fünf Handelstage in Folge netto. Kein Wunder, dass die Nervosität steigt.
Schwacher Markt vor den Zahlen
Der Kospi gab am Mittwoch um rund zwei Prozent nach, belastet von wieder steigenden Ölpreisen und hohen Anleiherenditen. Marktbeobachter verwiesen auf die Unsicherheit, ob Schwergewichte wie Samsung und SK Hynix die hohen Erwartungen tatsächlich erfüllen.
Auch TSMC liefert am Donnerstag den Septemberumsatz, ein Stimmungssignal für die gesamte Chipbranche. Für das dritte Quartal stellte der Auftragsfertiger zuvor einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Milliarden Dollar in Aussicht. Gewinn und Ausblick folgen am 15. Oktober.
Für Samsung gilt: Ein Rekordgewinn ist weitgehend eingepreist. Kursausschläge am Donnerstag müssen deshalb nicht zwingend die fundamentale Lage widerspiegeln, sondern können auch aus Index-Umschichtungen und Optionsverfall resultieren.
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