Rekordgewinn, und trotzdem greifen Anleger zum Verkaufsknopf. Samsung Electronics hat für das dritte Quartal Bestzahlen vorgelegt. Die Aktie gab in Seoul dennoch rund vier Prozent nach.
Rekord mit kleinem Makel
Der Umsatz stieg um 126,9 Prozent auf 195,25 Billionen Won. Der operative Gewinn legte um 783,1 Prozent auf 107,44 Billionen Won zu. Damit knackte Samsung als erstes Technologieunternehmen die Marke von 100 Billionen Won im operativen Quartalsgewinn. Es war das vierte Rekordquartal in Folge.
Allerdings hatten Analysten etwas mehr erwartet: Sie rechneten mit 107,66 Billionen Won operativ und 195,79 Billionen Won Umsatz. Beim Nettogewinn fiel die Lücke größer aus. Er erreichte 75,136 Billionen Won, erwartet worden waren gut 86 Billionen.
Chips tragen, Handys belasten
Motor bleibt die Halbleitersparte. Die Nachfrage nach HBM-Speicher für KI-Beschleuniger treibt das Geschäft, Samsung steigerte vor allem den Absatz der neuen HBM4-Chips. Die Sparte Device Solutions steuerte fast den gesamten operativen Gewinn bei.
Das Mobilfunkgeschäft schrieb dagegen einen operativen Verlust. Höhere Speicherkosten drückten dort auf die Rentabilität. Das zeigt, wie stark Samsungs Ergebnis inzwischen an den Speicherpreisen hängt.
Dazu kam eine Warnung des Konzerns: Die KI-getriebene Speichernachfrage dürfte das Branchenangebot 2027 übersteigen. Für die Chipsparte plant Samsung in diesem Jahr Investitionen von 76,8 Billionen Won, 62 Prozent mehr als 2025.
Der Vergleich mit SK Hynix schmerzt
Marktteilnehmer verweisen zudem auf die Unsicherheit über zusätzliche Ausschüttungen. Über sie will Samsung erst im Januar entscheiden. SK Hynix hatte einen Tag zuvor stärkere Zahlen geliefert und ein Programm von 100 Billionen Won für Dividenden und Aktienrückkäufe angekündigt. Die Hynix-Aktie stieg um rund 11 Prozent und legte am Donnerstag weiter zu.
Samsung wirkte daneben blass. Der Kospi gab zum Handelsschluss 1,2 Prozent nach, Samsung zog ihn mit nach unten. Im Handelsverlauf lag das Minus bei Samsung zeitweise sogar bei fünf Prozent.
Der nächste konkrete Termin ist der Januar: Dann will Samsung über mögliche zusätzliche Aktionärsrenditen entscheiden.
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