Pratt & Whitney Canada hat in Las Vegas sein neues Turboprop-Triebwerk PT9 vorgestellt. Die RTX-Tochter verspricht deutlich mehr Leistung bei geringerem Verbrauch. Entscheidend: Die Zulassung liegt bereits vor.
Mehr Leistung, weniger Verbrauch
Das Triebwerk liefert in der Höhe 33 Prozent mehr Leistung als Vorgängergenerationen. Der Kraftstoffverbrauch sinkt zugleich um 20 Prozent. Transport Canada hat den PT9 zertifiziert, mehr als 14.000 Stunden Entwicklungszeit stecken in dem Antrieb.
Pratt & Whitney Canada spricht von „Jet-ähnlicher Performance“ bei der Effizienz eines Turboprops. Hinzu kommen digitale Funktionen, die den Betrieb steuern und überwachen sollen.
Der Konzern setzt auf eine modulare Bauweise. Sie soll sich an unterschiedliche Flugzeugtypen anpassen lassen und Raum für spätere Technologien lassen, etwa elektrische Flugzeuge und hybride thermisch-elektrische Antriebe. „Der PT9 steht für die nächste Evolutionsstufe des Turboprop-Antriebs“, sagte Satheeshkumar Kumarasingam, Präsident von Pratt & Whitney Canada. Das Design orientiere sich an sich wandelnden Kundenanforderungen.
Produktion in Kanada
Gefertigt wird der PT9 in Lethbridge in der Provinz Alberta. Dort sitzt bereits das globale Kompetenzzentrum für die Triebwerksfamilie PT6, einen Dauerbrenner der Turboprop-Branche. Die neue Maschine ergänzt damit das Portfolio am bestehenden Standort, statt eine neue Fertigungslinie an anderer Stelle aufzubauen.
Für RTX ist das ein Baustein im zivilen Geschäft, das neben dem Verteidigungsbereich zu den tragenden Säulen zählt. Der Konzern erzielte 2025 einen Umsatz von mehr als 88 Milliarden Dollar. Konkrete Bestellungen oder Auslieferungstermine nannte das Unternehmen zur Vorstellung nicht, ebenso wenig Angaben zu möglichen Flugzeugprogrammen.
An der Börse spielte die Meldung zunächst keine große Rolle. Die Aktie schloss am Vortag bei 193,34 Dollar, vorbörslich lag sie leicht darüber. Für die Bewertung zählen weiterhin vor allem Auftragsbestand und Prognose; der PT9 dürfte erst mit ersten Kundenzusagen kursrelevant werden.
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