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PepsiCo hat am Donnerstag die Erwartungen übertroffen und trotzdem sein Gewinnziel gekappt. Der Konzern wächst so schnell wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Gleichzeitig bleibt vom zusätzlichen Umsatz weniger hängen als geplant. Dieser Widerspruch macht den Quartalsbericht zu einem Lehrstück für alle Anleger, die auf defensive Konsumwerte setzen.
PepsiCo-Quartalszahlen: Besser als erwartet
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 5,6 Prozent auf 25,27 Milliarden Dollar. Der Markt hatte mit 24,96 Milliarden Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um zwei Prozent auf 2,34 Dollar zu. Auch dieser Wert lag vier Cent über der durchschnittlichen Schätzung.
Aussagekräftiger ist das organische Wachstum. Diese Kennzahl rechnet Zukäufe, Verkäufe und Währungseffekte heraus. Sie zeigt, wie sich das bestehende Geschäft aus eigener Kraft entwickelt. Hier meldete PepsiCo ein Plus von 3,1 Prozent. Zukäufe und Verkäufe steuerten unter dem Strich weitere 1,7 Prozentpunkte zum Umsatz bei, Wechselkurse 0,7 Punkte.
Konzernchef Ramon Laguarta sprach vom stärksten organischen Wachstum seit dem vierten Quartal 2023. Wichtiger als die Zahl selbst ist ihre Herkunft, denn das Wachstum kam über die Menge. Der Getränkeabsatz stieg weltweit um drei Prozent, der Absatz von Snacks und Lebensmitteln um ein Prozent. PepsiCo verkauft also tatsächlich mehr Ware und dreht nicht nur an der Preisschraube.
Das Ausland trägt den Konzern
Der Blick auf die Regionen zeigt zwei sehr verschiedene Unternehmen unter einem Dach. Das internationale Geschäft wuchs organisch um acht Prozent. Die operative Marge verbesserte sich dort um 105 Basispunkte, also um gut einen Prozentpunkt. Die Region Europa, Naher Osten und Afrika lag mit neun Prozent organischem Wachstum an der Spitze. Auch Lateinamerika und Asien entwickelten sich nach Angaben des Managements stark.
Inzwischen stammen 45 Prozent des Gewinns seit Jahresbeginn aus dem Ausland. Laguarta bezeichnete die Dynamik als strukturell und breit abgestützt. Viele Anleger nehmen PepsiCo vor allem als amerikanischen Snack- und Limonadenhersteller wahr. Dieses Bild passt immer weniger zur Gewinnverteilung.
Im Heimatmarkt sieht es anders aus. Das nordamerikanische Lebensmittelgeschäft mit Marken wie Lay’s und Doritos stagnierte beim Umsatz. Immerhin dreht der Trend bei den Mengen. Im Vorjahr schrumpfte der Snackabsatz dort noch leicht, in diesem Jahr wächst er leicht.
Im nordamerikanischen Getränkegeschäft hat sich das Wachstum dagegen abgeschwächt. Laguarta fand dafür klare Worte. Bei Sportgetränken und Energydrinks halte PepsiCo gut mit, bei klassischen Limonaden nicht. Die Wettbewerber hätten ihre Investitionen erhöht. Mit der Entwicklung in den USA sei das Management nicht zufrieden.
Die Marge wird zum Problem
Der Schwachpunkt des Berichts liegt in der Profitabilität. Der bereinigte operative Gewinn stieg um drei Prozent und damit langsamer als der Umsatz. Die operative Marge sank um 35 Basispunkte.
Hinzu kommt ein Sondereffekt. Erstattungen von Zöllen steigerten das operative Ergebnis um vier Prozentpunkte. Ohne diese Rückzahlungen wäre der operative Gewinn rechnerisch leicht gesunken. Finanzchef Stephen Schmitt räumte ein, dass dieser Rückenwind im nordamerikanischen Getränkegeschäft künftig entfällt. Der Druck auf die Sparte nimmt dann zu.
Zwei weitere Faktoren belasten. Erstens steigen die Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte. Bisher schützten Absicherungsgeschäfte den Konzern vor einem Teil dieser Preissteigerungen. Solche Kontrakte schreiben Einkaufspreise für einen bestimmten Zeitraum fest. Jetzt laufen sie nach und nach aus, und die höheren Kosten schlagen durch. Zweitens wirkt der Mix der verkauften Produkte ungünstig auf die Marge.
Das Management hält trotzdem an den Ausgaben für Werbung und Marketing fest. Diese Budgets sollen das Wachstum anschieben, im Ausland wie in Nordamerika. Kurzfristig kostet diese Entscheidung Gewinn.
Neue Jahresprognose: Mehr Umsatz, weniger Gewinn
Die Folgen stehen in der überarbeiteten Jahresprognose. Beim Umsatz peilt PepsiCo jetzt ein Plus von rund sechs Prozent an. Bisher lag die Spanne bei vier bis sechs Prozent. Organisch soll das Wachstum etwa drei Prozent erreichen.
Beim Gewinn geht es in die andere Richtung. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll währungsbereinigt nur noch um 2,5 bis 3,5 Prozent steigen. Bislang hatte der Konzern ein spürbar höheres Plus in Aussicht gestellt. Der Marktkonsens lag vor den Zahlen bei rund fünf Prozent Gewinnwachstum. Schmitt stellte klar, dass die Marge die Senkung verursacht. Den Umsatz erwartet er weiterhin robust.
An der Ausschüttung ändert sich nichts. PepsiCo will in diesem Jahr rund 8,9 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgeben. Davon entfallen 7,9 Milliarden Dollar auf Dividenden und eine Milliarde Dollar auf Aktienrückkäufe. Die Dividende steht also nicht zur Debatte. Über das künftige Gewinnwachstum sagt sie allerdings nichts aus.
Sparprogramm und Umbau in Nordamerika
Laguarta will gegensteuern und spricht von hoher Dringlichkeit. In den kommenden Monaten sollen weitere strukturelle Kostensenkungen folgen. Alles, was nicht dem Wachstum dient, soll aus dem Unternehmen verschwinden. Die frei werdenden Mittel fließen in Marken, Innovationen und eine bessere Präsenz im Handel.
Zusätzlich setzt der Konzern auf gezieltes Preismanagement. Dazu zählen etwa unterschiedliche Packungsgrößen und Preispunkte für verschiedene Käufergruppen. Die Effekte sollen nach Angaben des Finanzchefs ab dem Jahreswechsel helfen. Für das vierte Quartal und vor allem für 2027 erwartet das Management eine schrittweise Besserung.
Aufhorchen ließ eine Antwort auf die Frage nach größeren Strukturmaßnahmen. Marktbeobachter hatten nach einer Aufspaltung, dem Verkauf von Sparten oder der Abgabe von Abfüllbetrieben gefragt. Laguarta schloss nichts aus. Der Konzern sei offen, jede Option zu prüfen. Ausdrücklich nannte er die Möglichkeit, das sogenannte Refranchising zu beschleunigen. Dabei gibt ein Getränkehersteller eigene Abfüll- und Vertriebsaktivitäten an unabhängige Partner ab. Das bindet weniger Kapital und hebt in der Regel die Marge. Noch im Vorquartal hatte das Management einen Neustart für unnötig erklärt.
Einen schnellen Befreiungsschlag sollten Anleger trotzdem nicht einplanen. Laguarta rechnet nicht damit, dass sich die Lage der Verbraucher in den nächsten zwölf bis 18 Monaten deutlich bessert. Erschwingliche Preise und kleinere Packungen bleiben deshalb zentrale Instrumente.
Was die PepsiCo-Aktie jetzt braucht
Der Quartalsbericht liefert drei Erkenntnisse. Das Auslandsgeschäft ist stark genug, um die Schwäche im Heimatmarkt beim Umsatz mehr als auszugleichen. Beim Gewinn gelingt das derzeit nicht, weil Kosten und Investitionen schneller steigen als die Erlöse. Und das Management ist inzwischen bereit, auch über die Konzernstruktur zu sprechen.
Für die Einschätzung der Aktie verschiebt sich damit der Maßstab. Übertroffene Quartalsschätzungen sagen wenig, solange Zollerstattungen das Ergebnis stützen. Entscheidend wird die operative Marge in den kommenden Quartalen. Stabilisiert sie sich trotz auslaufender Absicherungen, trägt die Wachstumsgeschichte aus dem Ausland auch den Gewinn. Gelingt das nicht, bleibt PepsiCo ein Konzern, der mehr verkauft und daran weniger verdient.
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