Die Rolle des Daten- und Softwarespezialisten Palantir als technologische Plattform für militärische Künstliche Intelligenz gewinnt an Kontur. Tyler Saltsman, Chief Executive Officer von EdgeRunner AI, teilte am Freitag mit, dass sein Unternehmen mit ersten Tests eigener militärspezifischer KI-Modelle innerhalb des Maven-Systems von Palantir begonnen hat.
Palantir übernimmt dabei nach Angaben des Partners zentrale Aufgaben in der Datenarchitektur und dem Software-Engineering, um die Modelle einsatzfähig in das militärische Führungsumfeld einzubinden.
Plattformfunktion für Streitkräfte und Behörden
Die Erprobung unterstreicht das Bestreben von Palantir, das Maven-System zu einem offenen Fundament für Drittentwickler auszubauen. Statt isolierter KI-Lösungen stellt das Unternehmen die digitale Infrastruktur bereit, auf der spezialisierte Anwendungen für Streitkräfte betrieben und verknüpft werden.
Parallel dazu rückten am Mittwoch auch die behördlichen Großprojekte des Konzerns abseits des Militärsektors wieder in den Fokus der Anleger. Medienberichten zufolge sorgte die Aufmerksamkeit für Palantirs laufende Zusammenarbeit mit der US-Luftfahrtbehörde FAA und deren schrittweise Einführung von KI-gestützten Prozessen für Kursgewinne von 3,68 Prozent im damaligen Handelsverlauf. Das Analysehaus Rosenblatt bekräftigte am selben Tag seine Einstufung mit „Buy“ und nannte ein Kursziel von $225.
Im Verteidigungsgeschäft verzeichnete Palantir zudem jüngst weiteren Zuwachs bei festen Beschaffungsverträgen. Die U.S. Army erteilte der Konzerntochter Palantir USG Inc. am 17. September einen Festpreis-Lieferauftrag über rund 48,1 Millionen Dollar.
Palantir soll ein einheitliches Munitionsmanagementsystem entwickeln, das insgesamt neun ältere Softwareplattformen der Streitkräfte ablöst und zusammenführt. Die Vereinbarung umfasst eine zwölfmonatige Basisphase sowie optionale Verlängerungen für bis zu fünf weitere Jahre.
Konsolidierung nach jüngstem Kursanstieg
Trotz der operativen Impulse schloss die Palantir-Aktie am Freitag mit einem Minus von 1,7 Prozent bei 166,40 Euro. Marktbeobachter verwiesen Medienberichten zufolge auf das Fehlen neuer unternehmensspezifischer Impulse zum Wochenausklang, weshalb sich die Aktie von der allgemeinen Erholung an den US-Börsen abkoppelte.
Auf Sicht von sieben Handelstagen verbleibt ein Kursplus von 7,7 Prozent. Im Fokus der Investoren bleibt nun vor allem die Skalierung der Regierungsverträge und der Ausbau der Datenarchitektur rund um die KI-Plattform Maven.
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