Disney öffnet seine Archive für Netflix. Wie Reuters berichtet, vereinbarten die beiden Unterhaltungsriesen gestern eine weltweite Lizenzierung ausgewählter Filme und Serien. Bereits am morgigen Sonntag starten unter anderem die ersten Staffeln der Reihe „Percy Jackson and the Olympians“ sowie sämtliche fünf bestehenden „Ice Age“-Filme für jeweils drei Monate auf der Plattform.
Hochkarätige Titel erweitern das Angebot
Die Partnerschaft sieht schrittweise weitere Veröffentlichungen vor. Anfang 2027 sollen namhafte Animationsfilme wie „Soul“, „Elio“ und „Raya and the Last Dragon“ das Angebot ergänzen, wobei Termine und Regionen variieren. Disney behält seine Inhalte zwar weiterhin überwiegend exklusiv auf eigenen Plattformen wie Disney+, nutzt die Kooperation jedoch für zusätzliche Verwertungsfenster.
Flankiert wird der Schritt von Neubesetzungen in der Führungsebene. Mit Naomi Bulochnikov-Paul holt Netflix eine erfahrene Kommunikationsmanagerin an Bord, die zuvor acht Jahre bei Disney tätig war. Sie übernimmt die Verantwortung für den weltweiten Serienbereich sowie neue Sparten wie Live-Inhalte und Sport. Zudem wechselt Katie Martin Kelley von Warner Bros. zu Netflix, um die Kommunikation der Filmsparte zu leiten.
Deutsche Bank hebt Votum an
Die Nachricht über den Ausbau des Streaming-Angebots fällt in eine herausfordernde Börsenphase. Im Handel am gestrigen Freitag gab die Netflix-Aktie um 1,3 Prozent auf 59,56 Euro nach.
Trotz des jüngsten Abgabedrucks trauen Analysten dem Titel eine Erholung zu. Bryan Kraft von der Deutschen Bank stufte das Papier auf „Kaufen“ hoch, reduzierte das Kursziel im gleichen Schritt jedoch von 100 auf 95 US-Dollar.
Quartalszahlen am 20. Oktober im Fokus
Für Netflix kommt der frische Programmnachschub vor einem zentralen Berichtstermin. Am 20. Oktober legt das Unternehmen seine Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal vor. Der Konzern stellte dafür zuletzt einen Umsatz von 12,86 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 0,82 US-Dollar in Aussicht.
Mit den lizenzierten Disney-Titeln zielt der Konzern darauf ab, die Aktivität seiner weltweit mehr als 325 Millionen Abonnenten hochzuhalten. Angesichts des intensiven Werbemarkts und der Konkurrenz durch Plattformen wie YouTube bleibt ein kontinuierlicher Strom populärer Marken für das Kerngeschäft unverzichtbar.
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