Nach der am Donnerstag vereinbarten Übernahme von Meteoric Resources richtet sich der Blick auf die Umsetzung des Caldeira-Projekts. Die Transaktion im Gesamtwert von A$968 Millionen soll über einen Aktientausch abgewickelt werden. Lynas bietet 0,0207 eigene Aktien für jedes Papier der Zielgesellschaft.
Mit dem Vorhaben sichert sich das Unternehmen den Zugriff auf die brasilianische Lagerstätte für Seltene Erden. Das Führungsgremium von Meteoric hat der Vereinbarung bereits einstimmig zugestimmt. Die Durchführung bleibt jedoch an behördliche und gerichtliche Genehmigungen gebunden. Lynas beabsichtigt, den Standort gemeinsam mit der bestehenden Mannschaft vor Ort weiterzuentwickeln.
Hoher Kapitalbedarf und offene Genehmigungen
Die Erschließung des Caldeira-Vorkommens ist mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden. Laut Reuters rechnet Lynas damit, dass die Ausgaben für die Projektentwicklung die Marke von $500 Millionen übersteigen werden. Berichten zufolge belaufen sich die geschätzten Baukosten auf US$498 Millionen.
Neben den reinen Baukosten stellt auch der behördliche Rahmen eine Hürde dar. Eine Installationslizenz für das Projekt steht derzeit noch aus. Um die laufenden Aktivitäten bis zum formellen Abschluss abzusichern, stellt Lynas Meteoric eine Übergangsfinanzierung von bis zu A$110 Millionen zur Verfügung. Die Börse reagierte verhalten auf die Pläne, zumal der Preisrückgang bei Seltenen Erden vor rund einem Monat das Marktumfeld belastet.
Strategische Bedeutung für die Lieferkette
Mittel- bis langfristig könnte das brasilianische Vorkommen die weltweiten Lieferstrukturen des Konzerns ergänzen. Medienberichten zufolge liefert Lynas Rohstoffe an LS Eco Energy, wo das Material zu Metall verarbeitet wird. Das Unternehmen Korea Motion Works wiederum nutzt diese Zwischenprodukte zur Herstellung von Dauermagneten.
Das Caldeira-Projekt könnte diesen Verbund künftig mit zusätzlichem Vormaterial versorgen. Die Einbindung alternativer Quellen gilt in der Branche als wichtiger Schritt, um Kunden außerhalb Chinas verlässlich beliefern zu können. Bis zu einer kommerziellen Förderung in Brasilien müssen jedoch noch mehrere Genehmigungs- und Bauphasen durchlaufen werden.
An den Finanzmärkten überwog nach der Ankündigung zunächst die Skepsis bezüglich der anstehenden Investitionen. Die Aktie von Lynas Rare Earths verzeichnete im heutigen Handel einen Rückgang von 1,1 Prozent auf 7,96 Euro.
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