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Lynas Rare Earths Aktie: Malaysia-Projekt kostet 294 Millionen

Lynas Rare Earths legt am 26. August den ersten Jahresbericht unter Interims-CEO Pol Le Roux vor. Rekordumsatz im Q4 steht Produktionsrückgang und gestiegenen Projektkosten gegenüber.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Erster Geschäftsbericht unter Interims-CEO
  • Rekordumsatz von 288,9 Mio. AUD im Q4
  • Produktion verfehlt Erwartungen um zehn Prozent
  • Expansionskosten in Malaysia deutlich gestiegen

Anleger von Lynas Rare Earths richten ihren Fokus auf den kommenden Mittwoch, den 26. August. Wie das Unternehmen bestätigte, wird der australische Seltenerd-Produzent an diesem Tag seine vollständigen Finanzergebnisse für das zum 30. Juni 2026 endende Geschäftsjahr vorlegen.

Die Veröffentlichung markiert einen wichtigen strategischen Moment für die Führung des Konzerns: Es ist der erste Geschäftsbericht unter der Leitung des Interims-CEO Pol Le Roux, der das Amt am 1. Juli nach dem Ausscheiden von Amanda Lacaze übernommen hat.

Rekordumsätze und operative Hürden

Die Erwartungen an den anstehenden Jahresabschluss werden maßgeblich durch die bereits vorliegenden Daten zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 geprägt. Lynas konnte in diesem Zeitraum einen Rekordumsatz von 288,9 Millionen Australischen Dollar erzielen. Dies entspricht einer Steigerung um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Getrieben wurde dieser Zuwachs vor allem durch einen historischen Höchststand beim durchschnittlichen Verkaufspreis, der auf 98,2 Australische Dollar pro Kilogramm kletterte – ein Plus von 63 Prozent im Jahresvergleich.

Trotz dieser finanziellen Bestmarken zeigten sich im operativen Bereich Herausforderungen. Medienberichten zufolge verfehlte die Produktion von insgesamt 3.481 Tonnen Seltenerdoxiden die Markterwartungen um etwa 10 Prozent. Besonders bei Neodym-Praseodym (NdPr) sank die Produktionsmenge im Vergleich zum vorangegangenen Quartal von 1.996 auf 1.857 Tonnen.

Das Unternehmen begründete dies unter anderem mit notwendigen betrieblichen Anpassungen, um Variationen in der Erzqualität zu begegnen. Zudem mussten Probleme in einer Wasser-Recycling-Anlage am Standort Mount Weld gelöst werden.

Kostensteigerungen und strategische Partnerschaften

Ein kritischer Punkt für die Bilanz am 26. August dürfte die Kostenentwicklung bei den Expansionsprojekten sein. Medienberichten zufolge sind die geschätzten Ausgaben für das Projekt zur Gewinnung schwerer Seltenerden in Malaysia deutlich gestiegen. Während ursprüngliche Prognosen von 180 Millionen Australischen Dollar ausgingen, werden die Kosten nun auf fast 294 Millionen Australischen Dollar beziffert.

Dem stehen jedoch strategische Fortschritte gegenüber. Lynas festigte seine Marktposition durch eine Partnerschaft mit dem südkoreanischen Unternehmen JS Link. Diese Vereinbarung umfasst ein Eigenkapitalinvestment von 50 Millionen Australischen Dollar sowie einen exklusiven Liefervertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren für eine Magnetfabrik in Malaysia.

Zudem produzierte das Unternehmen im März 2026 die ersten Mengen an Samariumoxid, für die im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2027 erste Kundenbestellungen erwartet werden.

Finanzlage und Marktreaktion

Zum Ende des vierten Quartals verfügte Lynas über eine robuste Liquiditätsposition von rund 1.209,1 Millionen Australischen Dollar, was einer Verbesserung um 138 Millionen Australischen Dollar im Quartalsverlauf entspricht. Diese finanzielle Basis gilt als essenziell für die Fortführung der ambitionierten Wachstumsprojekte und die Erschließung neuer Produktgruppen.

Am Kapitalmarkt spiegeln sich die gemischten Signale aus Umsatzwachstum und operativen Engpässen wider. Die Aktie notierte am Freitag bei 10,26 Euro. Zwar konnte das Papier seit Jahresbeginn eine Performance von 43 Prozent erzielen, doch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 13,79 Euro beträgt aktuell noch rund 26 Prozent.

Anleger erhoffen sich vom kommenden Webcast detaillierte Aufschlüsse darüber, wie der Konzern den gestiegenen Projektkosten begegnen und die Produktionsmengen stabilisieren will. Bereits im März 2026 hatte Lynas eine wichtige regulatorische Hürde genommen, als die Betriebslizenz in Malaysia für einen Zeitraum von zehn Jahren erneuert wurde.

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