Der US-Vermögensverwalter Capital Group hat seine Beteiligung an der Lufthansa leicht zurückgefahren. Die Stimmrechtsmitteilung zeigt, dass die Schwelle von fünf Prozent nach unten berührt wurde. Parallel dazu belastet der hohe Ölpreis die gesamte Branche.
Capital Group fällt unter die Fünf-Prozent-Marke
Zum 19. Oktober hält The Capital Group Companies aus Los Angeles noch 4,88 Prozent der Stimmrechte aus Aktien. In der vorherigen Mitteilung waren es 5,06 Prozent. Hinzu kommen Instrumente in Form von Rückübertragungsansprüchen aus Wertpapierleihe, die 0,15 Prozent ausmachen, zuvor 0,24 Prozent.
Zusammengerechnet sinkt die Position damit von 5,30 auf 5,03 Prozent. Das entspricht knapp 58,6 Millionen Aktien. Die Stimmrechte werden dem Investor indirekt zugerechnet, der Großteil liegt bei der Tochter Capital Research and Management Company, die 4,58 Prozent hält. Als direkter Aktionär mit mehr als drei Prozent tritt der EUPAC Fund auf.
Die Gesamtzahl der Stimmrechte beträgt gut 1,2 Milliarden. Ein Rückzug ist das nicht, die Anpassung fällt moderat aus. Capital Group bleibt einer der größten Anteilseigner.
Kerosinkosten drücken auf die Branche
Am 3. November legt die Lufthansa ihre Zahlen zum dritten Quartal vor. Am Markt rechnet angesichts der hohen Ölpreise kaum jemand mit einem glänzenden Ergebnis. Die Zahlen des US-Konkurrenten United Airlines verstärken diese Skepsis.
United erwartet für das vierte Quartal einen bereinigten Gewinn von 0,50 bis 1,50 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt mit 1,76 Dollar gerechnet. Die Nachfrage nach Tickets bleibt dabei rege, der Umsatz soll um mehr als 20 Prozent wachsen. Die Kerosinkosten fressen den Zuwachs jedoch auf.
Delta Air Lines senkte Anfang des Monats ihre Jahresgewinnprognose um fast ein Viertel und verwies auf sechs Milliarden Dollar zusätzliche Treibstoffausgaben. Delta-Chef Ed Bastian hält es für möglich, dass Airlines im kommenden Jahr ihr Angebot kürzen, um höhere Preise durchzusetzen. Ryanair-Chef Michael O’Leary rechnet in Europa mit Ticketpreisen, die bis zu 20 Prozent steigen könnten.
Für die Lufthansa heißt das: Die Nachfrage ist nicht das Problem, die Kosten sind es. Ob steigende Ticketpreise die höheren Spritrechnungen ausgleichen, dürfte sich ab dem 3. November in den Quartalszahlen zeigen.
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