Der Industriegasekonzern Linde verzeichnet weiterhin Zuspruch am Kapitalmarkt, auch wenn einzelne Kursziele moderat nachjustiert werden. Analyst Patrick Cunningham von der Citigroup senkte gestern das Kursziel für die an der Nasdaq notierte Aktie von 580 auf 560 US-Dollar, hielt die Einstufung jedoch auf „Buy“.
Auch die Deutsche Bank sprach gestern eine Kaufempfehlung für den Konzern aus und verwies auf neue Impulse durch die Halbleiterindustrie und das Raumfahrtgeschäft.
Die Anpassungen spiegeln ein Marktumfeld wider, das von einer hohen Bewertung des Konzerns und regional unterschiedlicher Industriekonjunktur geprägt ist. Zugleich sorgen langfristige Lieferverträge und Großprojekte im Hochtechnologiesektor für ein solides Fundament.
Hoher Auftragsbestand im Halbleitersektor
Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt die weltweite Nachfrage nach Gasen für die Chipherstellung. Linde meldete im Elektronikgeschäft einen Auftragsbestand von 8,1 Milliarden US-Dollar. Im Zusammenhang mit dem Bau neuer Fertigungsstätten für Halbleiter sagte der Konzern Investitionen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar für zwei neue Luftzerlegungsanlagen zu.
Trotz dieser strategischen Fortschritte stehen den Chancen auch Herausforderungen gegenüber. Branchenbeobachter verweisen auf eine schwächere Industrienachfrage in Europa sowie anhaltenden Gegenwind im US-amerikanischen Heimpflegegeschäft. Dennoch sehen Marktbeobachter die Preissetzungsmacht und das Engagement in Zukunftstechnologien wie der künstlichen Intelligenz als stabilisierende Faktoren für das operative Geschäft.
Solide Finanzbasis vor den Quartalszahlen
An der Börse notierte das Papier zuletzt mit leichten Abgaben. Der Schlusskurs lag gestern bei 432,00 Euro, was einem Tagesminus von 0,7 Prozent entsprach. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie jedoch ein Plus von 19 Prozent.
Die jüngsten operativen Kennziffern untermauern die Ertragskraft des Konzerns. Im vorausgegangenen Quartalsbericht übertraf Linde die Erwartungen mit einem Gewinn je Aktie von 4,50 US-Dollar und einem Umsatz von 9,29 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie in einer Spanne von 17,70 bis 17,90 US-Dollar an.
Für das dritte Quartal 2026 geht das Unternehmen von einem Gewinn je Aktie zwischen 4,45 und 4,55 US-Dollar aus. Die Veröffentlichung des nächsten Quartalsberichts ist für den 29. Oktober 2026 angesetzt. Dann wird sich zeigen, in welchem Umfang die neuen Großprojekte bereits zur Dynamik des Industriegaseriesen beitragen.
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