Die Aktie von Linde verzeichnete am Freitag ein Kursplus von 2,0 % und ging bei 426,00 € aus dem Handel. Begleitet wurde das Marktgeschehen von positiven Reaktionen auf eine Investorenveranstaltung sowie einer neuen Analysteneinschätzung, ohne dass ein einzelner Faktor als alleinige Ursache für den Zuwachs benannt wurde. Seit Jahresanfang beläuft sich das Kursplus damit auf 18 %.
Im Fokus der Marktteilnehmer stehen derzeit vor allem die strategischen Weichenstellungen des Industriegasekonzerns. Linde richtet seine Aktivitäten verstärkt auf technologisch anspruchsvolle Branchen aus, um sich zusätzliche Erlösquellen außerhalb der klassischen industriellen Basismärkte zu erschließen.
Wachstumsfelder Raumfahrt und Elektronik
Laut einem Bericht von CNBC hob der Konzern auf einem Investorentag die Geschäftsfelder Raumfahrt und Elektronik hervor. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen diese beiden Endmärkte etwa 20 % des Umsatzes beisteuern. Morgan Stanley bezifferte die derzeit in der Umsetzung befindlichen Vorhaben auf ein Volumen von 5 Milliarden $ und verwies auf weitere Marktchancen von 7 Milliarden $.
Die strategische Ausrichtung fand auch in neuen Analystenbewertungen Niederschlag. Am Freitag initiierte Analystin Abigail Eberts von Wells Fargo die Beobachtung der Linde-Aktie mit einer Kaufempfehlung und rief ein Kursziel von 570 $ aus.
Ausbau der Aktivitäten in Indien
Neben den globalen Zielsetzungen setzt Linde auch im operativen Tagesgeschäft auf den Ausbau regionaler Kapazitäten. Am Mittwoch schloss die Tochtergesellschaft Linde India die Übernahme von zwei Luftzerlegungsanlagen vom Partner Tata Steel im Rahmen des Ausbauprojekts Kalinganagar Phase II ab. Die Einheiten weisen eine Tageskapazität von jeweils 1.800 Tonnen auf und haben die Belieferung des Stahlunternehmens mit Industriegasen aufgenommen.
Medienberichten zufolge sicherte sich die indische Tochter zudem am 28. September ein rund acht Acre großes Areal in Sanand im Bundesstaat Gujarat. Auf dem Grundstück soll eine Produktionsstätte entstehen, die Industriegase für Prozesse in der Halbleiterverpackung bereitstellt.
Zu den genauen Investitionskosten machten die Verantwortlichen keine Angaben. Der Schritt unterstreicht jedoch die Bestrebungen, die Belieferung von Halbleiterkunden künftig weiter zu vertiefen.
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