Der britische Wasserstoffspezialist ITM Power treibt den Einstieg in industrielle Großprojekte voran. Wie das Unternehmen mitteilte, hat die Konzerntochter Hydropulse gestern eine Grundsatzvereinbarung mit einer europäischen Erdölraffinerie unterzeichnet.
Gegenstand der Absichtserklärung ist die Errichtung einer Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff mit einer Leistung von 150 Megawatt. Das Vorhaben basiert auf einer langfristig ausgelegten Zusammenarbeit mit einer geplanten Laufzeit von zehn Jahren.
Zehnjährige Zusammenarbeit und technologische Basis
Im Zentrum des Vorhabens steht die Alpha-Elektrolyseurplattform von ITM Power. Die Vereinbarung sieht vor, dass die namentlich nicht genannte Raffinerie das Betriebsgelände, die notwendigen Versorgungseinrichtungen sowie den benötigten Strom bereitstellt. Aktuell führen die Partner eine gemeinsame FEED-Studie zur detaillierten technischen Planung durch.
Der Zeitplan für das Industrieprojekt erstreckt sich über mehrere Jahre. Die endgültige Investitionsentscheidung wird für das Jahr 2027 angestrebt, während die eigentliche Aufnahme der Wasserstoffproduktion für das Jahr 2029 avisiert ist. Bis zur Umsetzung müssen beide Seiten allerdings noch verbindliche Verträge aushandeln, weshalb das Projekt formell unter diesem Vorbehalt steht.
Vorläufige Jahreszahlen stehen bevor
Für ITM Power markiert die Vereinbarung einen weiteren Meilenstein in einem ereignisreichen Monat. Vor wenigen Tagen passte das Management bereits die Prognose für das am 30. April 2026 abgelaufene Geschäftsjahr 2026 an. Der bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll mit 20 bis 21 Millionen Pfund geringer ausfallen als zuvor veranschlagt, während die Erwartungen an Umsatz und Liquidität unverändert blieben.
Klarheit über den detaillierten Geschäftsverlauf erhalten die Anteilseigner in Kürze. Das Unternehmen hat angekündigt, die vorläufigen Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 am 19. Oktober vorzulegen.
An der Börse verbuchte das Papier gestern ein Plus von 1,6 Prozent auf 1,13 Euro. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Kursgewinne der Aktie damit auf 56 Prozent. Ob sich die industrielle Partnerschaft letztlich voll im Auftragsbuch niederschlägt, hängt nun maßgeblich vom Ausgang der laufenden Vorstudie und den anschließenden Vertragsverhandlungen ab.
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