Südkoreas Oberster Gerichtshof hat am heutigen Donnerstag den Freispruch der Hongkonger Sparte von HSBC rechtskräftig bestätigt. Die Richter wiesen die Berufung der Staatsanwaltschaft im Verfahren um ungedeckte Leerverkäufe endgültig zurück. Damit endet für das Bankhaus eine juristische Auseinandersetzung, die im März 2024 mit einer Anklage begonnen hatte.
Im Zentrum der Vorwürfe standen Handelsaktivitäten aus dem Jahr 2021. Drei Händlern wurde zur Last gelegt, 318.781 Aktien von mehreren südkoreanischen Unternehmen ungedeckt leerverkauft zu haben. Das Volumen der beanstandeten Orders belief sich auf 15,8 Milliarden Won. Zu den gehandelten Titeln zählte unter anderem die Hotelkette Hotel Shilla.
Die Richter sahen jedoch keine Belege dafür, dass die Händler die südkoreanischen Vorschriften wissentlich missachtet hatten. Zudem stellte das oberste Gericht klar, dass ein reiner Verkaufsauftrag noch keine strafbare Handlung darstellt, solange kein Geschäft vollzogen wurde. Es war das erste Grundsatzurteil dieser Art seit Inkrafttreten verschärfter Strafvorschriften im April 2021.
Rechtssicherheit im asiatischen Markt
Die Entscheidung beseitigt ein rechtliches Risiko im asiatischen Markt, in dem das Geldhaus traditionell einen wesentlichen Teil seiner Erträge erwirtschaftet. Das Verfahren galt als wichtiger Präzedenzfall für ausländische Finanzinstitute in Südkorea, da die dortigen Aufsichtsbehörden ungedeckte Leerverkäufe streng überwachen.
Parallel zu den juristischen Schritten in Asien richtet die Bank operative Einheiten in Europa neu aus. Medienberichten zufolge verhandelt der Konzern über spürbare Einschnitte in der britischen Vermögensberatung, die vor allem Berater- sowie Spezialisten- und Managementposten betreffen sollen.
HSBC bestätigte die konkreten Kürzungsquoten nicht, verwies jedoch auf die Einführung stärker digitalisierter Produkte und Arbeitsabläufe. Betroffene Mitarbeiter könnten das Haus bis Ende Oktober verlassen. Konzernchef Georges Elhedery betonte, dass der Einsatz moderner Technologien bestehende Rollen verändert, aber auch neue Anforderungsprofile schafft.
Gegenwind an den Aktienmärkten
An den europäischen Handelsplätzen gerieten Finanzwerte zur Wochenmitte unter Druck, belastet von spürbar gestiegenen Anleiherenditen. Die Aktie von HSBC verzeichnete heute ein Minus von 2,7 Prozent und fiel auf 16,23 Euro. Seit Jahresanfang verbleibt das Papier allerdings mit 20 Prozent im Plus.
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