An der Wiener Börse stand FACC am gestrigen Mittwoch unter Abgabedruck. Im schwachen Gesamtmarktumfeld gab der Schlusskurs um 2,3 Prozent auf 14,40 Euro nach. Für diesen Rücksetzer lag kein eigener unternehmensspezifischer Auslöser vor. Die Kursbewegung folgte auf eine umfassende Neuausrichtung der Kreditstruktur, die das Unternehmen kurz zuvor vereinbart hatte.
Neuer Konsortialkredit über 190 Millionen Euro
Am 2. Oktober schloss FACC einen neuen Konsortialkredit über 190 Millionen Euro ab. Die Finanzierung erfolgte unter Führung der UniCredit Bank Austria, wobei sich insgesamt sieben Bankinstitute an der Kreditlinie beteiligen.
Die neue Fazilität löst einen bisherigen Konsortialkredit über 225 Millionen Euro vorzeitig ab, dessen Fälligkeit regulär im Februar 2027 eingetreten wäre. Die Laufzeit der Vereinbarung beträgt drei Jahre. Zudem sicherte sich das Unternehmen zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein weiteres Jahr, um die finanzielle Flexibilität für künftige Vorhaben abzusichern.
Investitionspläne bis 2030 und Werkserweiterung
Die Neuordnung der Kreditlinien bildet das finanzielle Fundament für die mittelfristigen Vorhaben des Unternehmens. FACC plant bis zum Jahr 2030 Investitionen in einem Gesamtvolumen von rund 350 Millionen Euro.
Einen ersten Schritt dieser Ausbaupläne vollzog das Unternehmen bereits am Produktionsstandort in Kroatien. Vor rund zwei Wochen nahm FACC die Erweiterung des Werks in Jakovlje in Betrieb. Für diesen Ausbau investierte das Unternehmen rund 36 Millionen Euro und verdreifachte die dortige Produktionsfläche.
Einordnung der Kursentwicklung
An den Finanzmärkten sorgte der Ausbau der Fertigungskapazitäten zuletzt für keine Kursgewinne. Seit der Inbetriebnahme der erweiterten Fertigung in Jakovlje vor rund zwei Wochen gab die Aktie um 6,4 Prozent nach. Auch der längerfristige Verlauf zeigt Abgaben: Seit der Bestätigung der Mittelfristziele vor rund einem Monat verzeichnet das Papier ein Minus von 11,3 Prozent.
Trotz der jüngsten Konsolidierung bleibt die Bilanz für das Gesamtjahr positiv. Seit Jahresanfang liegt der Kurs mit 26 Prozent im Plus. Der gestrige Kursrückgang fügte sich in die Entwicklung des Gesamtmarktes ein: An der Wiener Börse schloss der ATX mit hohen Verlusten, was auch FACC belastete.
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