Trotz deutlicher Kursverluste zu Wochenbeginn halten Marktbeobachter an ihren positiven Einschätzungen für die Centiel AG fest. Das Papier des Schweizer Unternehmens verzeichnete heute im Handel ein Minus von 7,8 Prozent auf 5,30 Euro. Auslöser der Abgaben war eine Anpassung der Jahresziele für 2026, nachdem geplante Umsätze aus den Vereinigten Staaten in das kommende Jahr verschoben werden mussten.
Verschobene US-Erlöse dämpfen Margenaussichten
Das Management passte die Umsatzerwartung für das Geschäftsjahr 2026 von zuvor 65 Millionen Schweizer Franken auf rund 55 Millionen Schweizer Franken an.
Da die US-Umsatzbeiträge im laufenden Jahr vollständig entfallen und erst im Folgejahr wirksam werden, kalkuliert das Unternehmen nun mit einer bereinigten EBIT-Marge im hohen Zehn-Prozentbereich, während zuvor mehr als 20 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Im Vorjahr hatte Centiel noch einen Umsatz von 45,7 Millionen Schweizer Franken erzielt.
Ungeachtet dieser Verzögerung im US-Geschäft hält Centiel am Ziel eines organischen Wachstums von rund 20 Prozent in den Kernmärkten fest. Das Unternehmen verfügt über eine erhaltene UL-Zertifizierung und kann auf einen US-Großauftrag im Volumen von 51 Millionen US-Dollar verweisen.
Der gesamte Auftragsbestand beläuft sich auf fast 60 Millionen Schweizer Franken. Zudem soll die Produktion im neuen Gebäude planmäßig im ersten Halbjahr 2027 anlaufen.
ZKB und UBS sehen deutlichen Bewertungsspielraum
Auf Analystenseite stoßen die reduzierten Jahresziele auf Gelassenheit, da die fundamentale Nachfrage als intakt gilt. ZKB-Analyst Florian Sager bestätigte seine Einstufung mit «Übergewichten» und hielt an einem fairen Wert von 9,20 Schweizer Franken fest. Insgesamt stufen drei Analysten den Titel weiterhin mit «Kaufen» ein, woraus sich ein durchschnittliches Kursziel von 8,40 Schweizer Franken ergibt.
Selbst das vorsichtigste Ziel im Markt, das von den Analysten der UBS mit 7,53 Schweizer Franken veranschlagt wird, liegt deutlich über dem aktuellen Bewertungsniveau. Die Experten werten die Projektverzögerungen primär als zeitliche Verschiebung und nicht als strukturellen Nachfrageeinbruch.
Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 6,53 Euro weist der Kurs derzeit einen Abschlag von 19 Prozent auf, was den jüngsten Rücksetzer nach der Mitteilung widerspiegelt. Für die Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal 2026 steht der 24. März 2027 im Kalender.
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