Der Abwehrplan von Monte-Paschi-Chef Luigi Lovaglio hat einen schweren Rückschlag erlitten. Die Holding F.G.C. des italienischen Unternehmers Caltagirone kündigte heute an, auf der außerordentlichen Aktionärsversammlung gegen alle fünf vorgelegten Beschlussanträge der Banca Monte dei Paschi di Siena zu stimmen. Die Aktie des toskanischen Geldhauses gab im heutigen Handel um 3,3 Prozent auf 10,82 Euro nach.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, schwächt das Votum von Caltagirone die Verteidigungslinie des Instituts spürbar und stärkt zugleich das konkurrierende Übernahmeangebot der Intesa Sanpaolo. Lovaglio hatte versucht, die Bank durch eigene Zukäufe und Zusammenschlüsse aus der Reichweite der Rivalin zu navigieren.
Geplante Transaktionen verlieren Rückhalt
Die Absage von F.G.C. betrifft sämtliche Kernpunkte der Verteidigungsstrategie. Das Votum richtet sich gegen die geplanten Offerten für die Banco BPM und Banca Generali sowie gegen die angestrebte Fusion mit Mediobanca. Reuters stufte die Ankündigung als weiteren Dämpfer für das Management von Monte dei Paschi ein.
Für das Management verengt sich der Handlungsspielraum damit dramatisch. Ohne die Stimmen einflussreicher Großinvestoren drohen die Vorlagen auf der anstehenden Versammlung durchzufallen. Damit fehlt der Bank das Mandat, die Gegenangebote umzusetzen, die das Institut für eine Übernahme durch Intesa Sanpaolo zu groß und zu komplex machen sollten.
Intesa Sanpaolo vergrößert ihren Vorsprung
Parallel dazu baut Intesa Sanpaolo den Rückhalt für ihre Offerte aus. Bereits am Vortag hatte die Holding Edizione erklärt, ihren Anteil von 1,45 Prozent an Monte dei Paschi in die Offerte einbringen zu wollen. Alessandro Benetton, Chairman von Edizione, bestätigte diesen Schritt.
Zudem hatte sich bereits zuvor der größte Monte-Paschi-Aktionär Delfin hinter das 35 Milliarden Euro schwere Gebot gestellt und zugesagt, seine Beteiligung von 17,6 Prozent anzudienen. Intesa hatte die Barzahlungskomponente ihres Angebots auf 1,25 Euro je Aktie angehoben, während das Umtauschverhältnis unverändert bei 1,6 Intesa-Aktien je Papier von Monte dei Paschi belassen wurde.
Zugleich stellte der Bieter klar, dass die eigene Offerte hinfällig wird, sollten die MPS-Aktionäre auf dem außerordentlichen Treffen am 29. Oktober die strittigen Abwehrbeschlüsse doch noch billigen.
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