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Monte dei Paschi: 50-Milliarden-Fusionsplan gegen Intesa-Gebot

Der Verwaltungsrat der traditionsreichen Bank berät über zwei Übernahmeangebote. Die Weichenstellung beeinflusst die gesamte italienische Finanzbranche.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Intesa-Offerte in Höhe von 30,6 Milliarden Euro
  • Banco BPM schlägt Fusion vor
  • Staat hält noch 4,86 Prozent an MPS
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch notiert

Der älteste noch existierende Geldinstitut der Welt steht vor einer Zäsur. Der Verwaltungsrat der Banca Monte dei Paschi di Siena tritt in den kommenden 48 Stunden zusammen, um über zwei konkurrierende Strategieoptionen zu beraten. Die Richtungsentscheidung könnte die italienische Bankenlandschaft für Jahre prägen.

Zwei Angebote, zwei Visionen

Auf dem Tisch liegt eine Offerte von Intesa Sanpaolo. Das Institut bietet 30,6 Milliarden Euro in bar und Aktien – das entspricht 10,091 Euro je Aktie. Ein Aufschlag von 12,5 Prozent. Intesa hat angekündigt, ab dem 28. Juni die Genehmigungsverfahren bei rund 40 Regulierungsbehörden einzuleiten, darunter die EZB und die Banca d‘Italia. Der Integrationsprozess würde sich bis 2028 ziehen. Geplant ist zudem der Verkauf von 635 Filialen an Unipol und Bper.

Parallel dazu liegt ein zweites Modell auf dem Tisch: Banco BPM schlägt eine Fusion vor. Ziel ist ein neues Gemeinschaftsinstitut mit einem Börsenwert von über 50 Milliarden Euro. Die Befürworter versprechen jährliche Synergien von mehr als 1,1 Milliarden Euro – durch Kostensenkungen und höhere Erlöse.

Der Staat hält sich zurück

Die italienische Regierung hält nach der Rettungsaktion von 2017 noch 4,86 Prozent an Monte dei Paschi. Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti hat Neutralität signalisiert. Das Ziel sei der bestmögliche Verkaufspreis für den staatlichen Restanteil. Gleichzeitig prüfen die Behörden, ob auf die Intesa-Offerte das „Goldene-Power“-Gesetz angewendet wird – ein Instrument zur Kontrolle strategischer Übernahmen.

Regulatorische Entscheidungen werden frühestens Ende 2026 erwartet. Intesa will im September eine außerordentliche Hauptversammlung zur Kapitalerhöhung einberufen.

Der Markt scheint bereits zu spekulieren. Die Aktie notierte am Freitag bei 10,96 Euro – nahe am 52-Wochen-Hoch von 11,05 Euro. Die vergangenen zwölf Monate brachten ein Plus von fast 62 Prozent. Der RSI liegt bei 78,2 – das Papier ist technisch überkauft. Die Volatilität bleibt mit annualisiert 52 Prozent hoch. An diesem Wochenende entscheidet sich, ob das noch mal steigt – oder ob der Ausverkauf beginnt.

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