Der Halbleiterausrüster ASML erweitert seinen Aktionsradius und fasst auf dem indischen Markt Fuß. Medienberichten zufolge nahm der niederländische Konzern am 22. September den operativen Betrieb in Indien auf. Der Schritt markiert den Einstieg in ein Land, das seine eigene Halbleiterinfrastruktur mit Milliardeninvestitionen aufbauen will.
Kooperation mit Tata Electronics im Fokus
Der Start auf dem Subkontinent erfolgt zunächst im kleineren Rahmen. Das anfängliche Team umfasst 20 bis 30 Hochschulabsolventen aus den Ingenieurwissenschaften. Eine künftige Vergrößerung der Präsenz ist eng an konkrete Fortschritte vor Ort gekoppelt.
Der weitere Ausbau hängt Medienberichten zufolge maßgeblich davon ab, dass das indische Konglomerat Tata Electronics seine geplante Halbleiterfabrik in Dholera termingerecht fertigstellt. Indien versucht seit geraumer Zeit, internationale Technologiekonzerne für Fertigungsstätten im Inland zu gewinnen. Für ASML bietet der Standort die Möglichkeit, lokale Fachkräfte frühzeitig an die eigenen Lithografiesysteme heranzuführen.
Langfristige Roadmap für High-NA-EUV
Parallel zu neuen regionalen Initiativen treibt ASML die Weiterentwicklung seiner Kerntechnologie voran. Gemeinsam mit dem Auftragsfertiger TSMC kündigte das Unternehmen eine Brancheninitiative an, um High-NA-EUV-Fotomasken auf ein größeres 12-Zoll-Format umzustellen.
Die beiden Konzerne hatten dieses Vorhaben am 7. September vereinbart und am Folgetag publik gemacht. Ziel des Projekts ist eine Pilotlinie bis zum Jahr 2031. Die vollständige Systembereitschaft für die Massenproduktion fortschrittlicher Halbleiterknoten peilen die Partner für das Jahr 2033 an.
Aktienrückkauf und Ausbau in Eindhoven
Auf der Kapitalseite setzt der Konzern die Rückführung von Mitteln an die Anteilseigner fort. Wie ASML mitteilte, kaufte das Unternehmen zwischen dem 14. und 18. September im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms insgesamt 304.500 eigene Aktien über die Börse zurück.
Zugleich schafft das Unternehmen am Heimatstandort Raum für künftiges Wachstum: Vor gut drei Wochen erfolgte der Spatenstich für einen zweiten großen Industriecampus in der Region Brainport bei Eindhoven. Das Areal soll schrittweise auf eine Fläche von rund 350.000 Quadratmetern anwachsen und bis zu 20.000 Arbeitsplätze beherbergen.
An der Börse notierte das Papier am Freitag zum Handelsschluss bei 1.527,20 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn der ASML-Aktie auf 66 Prozent.
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