Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Almonty Aktie: Wolframpreis im Sinkflug?
Symbolbild, KI-generiert

Almonty Aktie: Wolframpreis im Sinkflug?

Schwache Nachfrage und sinkende Wolframpreise belasten das Umfeld, während Almonty den Sangdong-Hochlauf weiter vorbereitet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Wolframitpreis seit März um 71,3 Prozent gesunken
  • Stifel senkte Kursziel auf 21 US-Dollar
  • Sangdong-Auslegungsleistung in 60 Tagen erwartet
  • Erstes Schiff für 24. Oktober gebucht

Bei Almonty reicht der Blick auf das nächste Schiff nicht aus. Entscheidend ist ebenso, in welches Marktumfeld die Lieferungen hineinlaufen. Der Wolframproduzent muss den Hochlauf von Sangdong voranbringen, während schwache Nachfrage und hohe Lagerbestände den Rohstoffmarkt belasten. Für mich liegt darin die entscheidende Anlegerfrage: Nicht nur der Lieferbeginn zählt, sondern auch die wirtschaftlichen Bedingungen danach.

Die heutige Tagesveränderung von -3,7% passt zwar zu diesem angespannten Bild. Einen konkreten Auslöser für die heutige Bewegung belegen die Nachrichten jedoch nicht. Rohstoffschwäche und veränderte Lieferannahmen sind deshalb als Belastungsfaktoren einzuordnen, nicht als zweifelsfreie Erklärung eines einzelnen Handelstags.

Der Rohstoffmarkt wartet nicht

Medienberichten zufolge sank der chinesische Richtpreis für Wolframitkonzentrat mit einem Gehalt von 65% am 15. Oktober auf 302.000 Yuan je Standardtonne. Gegenüber dem Hoch von Mitte März entsprach das einem Rückgang von 71,3%.

Dahinter standen schwache Nachfrage aus nachgelagerten Branchen, hohe Lagerbestände und verstärkte Verkäufe. Das ist mehr als eine ungünstige Kulisse für eine einzelne Minenmeldung. Es beschreibt einen Markt, in dem zusätzliche Lieferfähigkeit nicht automatisch auf zusätzliche Aufnahmebereitschaft trifft.

Für Almonty bedeutet das: Fortschritte in Sangdong und eine Erholung des Wolframmarkts sind zwei unterschiedliche Dinge. Das Unternehmen kann den eigenen Hochlauf voranbringen. Eine Belebung der Nachfrage folgt daraus nicht zwangsläufig. Wer beide Entwicklungen gleichsetzt, macht aus einem operativen Fortschritt vorschnell eine wirtschaftliche Entwarnung.

Lieferfähigkeit ist erst der Anfang

Beim Investorentag am Montag erklärte das Management, Sangdong-Lieferungen würden vorbereitet. Bis zum Erreichen der Auslegungsleistung veranschlagte es „die nächsten 60 Tage“. Diese Aussage beschrieb einen noch laufenden Hochlauf, keinen bereits abgeschlossenen Zustand.

Am Dienstag senkte Stifel daraufhin das Kursziel von US$25 auf US$21 und behielt die Kaufempfehlung bei. Das Analysehaus verschob seine Annahmen zum Lieferzeitpunkt für die erste und zweite Phase von Sangdong.

Die entscheidende Information ist hier weniger das Kursziel als dessen Begründung. Selbst bei unverändert positiver grundsätzlicher Einschätzung kann ein späterer Lieferbeginn die Bewertung verändern. Aus meiner Sicht gehört der Zeitplan deshalb neben das Preisumfeld, nicht darüber: Ein erfolgreicher Hochlauf würde die Lieferfrage entschärfen, aber noch nicht die schwache Rohstoffnachfrage beseitigen.

Fortschritt und Bewertung auseinanderhalten

Eine gestern veröffentlichte Studie von Diamond Equity Research nannte ein für den 24. Oktober gebuchtes erstes Sangdong-Schiff. Sie beließ ihren illustrativen Eigenkapitalwert bei US$20,00 je Aktie. Almonty bezahlt das Haus für seine Analysedienstleistungen; diese Einordnung gehört zur Bewertung der Aussage dazu.

Die Studie berichtete außerdem über Aktienrückkäufe von ungefähr US$48 Millionen bis Ende September. Das ist eine Kapitalmaßnahme, kein Nachweis für eine Erholung des Absatzmarktes. Ebenso bleibt ein gebuchtes Schiff von einer bereits erfolgten Lieferung zu unterscheiden.

Mein Maßstab für Almonty wäre daher kein einzelner Termin und auch kein einzelnes Kursziel. Belastbarer wäre ein Zusammenspiel aus tatsächlich voranschreitenden Lieferungen und einem aufnahmefähigeren Wolframmarkt. Solange diese beiden Entwicklungen nicht zusammenfinden, sollten Anleger operative Fortschritte würdigen, ohne daraus bereits eine Entwarnung für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abzuleiten.

Anzeige

Stand heute, 23. Oktober: Almonty – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Almonty investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 23. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Almonty: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Almonty

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.