Lieferengpässe durch Nacharbeiten belasten die Zwischenbilanz von Airbus zum Ende des dritten Quartals. Reuters berichtete gestern, dass ein Qualitätsproblem bei Modellen der Reihe A321neo die Übergabe von kumuliert 20 Maschinen in das vierte Quartal verschoben hat. Dieser Rückstau trug maßgeblich dazu bei, dass die Auslieferungen im September langsamer vorankamen als am Markt erwartet worden war.
An der Börse reagierten die Anleger zurückhaltend auf die Verzögerungen im Produktionsablauf. Die Airbus-Aktie notiert heute bei 191,16 Euro, was einem Rückgang von 1,6 Prozent entspricht. Gestern hatte das Papier den Handel an den europäischen Börsen noch bei 194,32 Euro beendet.
Qualitätsmängel binden Kapazitäten in der Fertigung
Das zugrundeliegende Problem hatte der Konzern bereits am 24. September eingegrenzt. Airbus bestätigte einen Fehler bei der Beschichtung der Rumpfstruktur bei einer bestimmten Charge von A321neo-Flugzeugen. Nach Unternehmensangaben besteht dadurch kein Sicherheitsrisiko für den Flugbetrieb, zudem steht ein entsprechendes Reparaturverfahren bereit.
Medienberichten zufolge betrifft dieser Qualitätsmangel rund 500 Flugzeuge der Modellreihe. Davon befinden sich schätzungsweise 250 Maschinen bereits im regulären Airline-Dienst, während weitere 250 Einheiten noch in den Werkshallen gefertigt werden. Die erforderlichen Inspektionen und Nachbesserungen erfordern zusätzliche Arbeitsschritte und führten zu den zeitlichen Verschiebungen im Auslieferungsplan.
Hoher Druck auf das Schlussquartal
Durch die Verzögerungen im September verlagert sich das Arbeitsvolumen noch stärker in die verbleibenden drei Monate des Jahres. Airbus hält zwar an dem Ziel fest, im Gesamtjahr 2026 rund 870 Verkehrsflugzeuge an Kunden zu übergeben. Das Erreichen dieser Vorgabe setzt nun jedoch einen außergewöhnlich starken Schlussspurt im vierten Quartal voraus, um die aufgelaufene Lücke zu schließen.
Entlastung für das globale Produktionsnetzwerk soll der fortlaufende Ausbau internationaler Standorte bringen. Am 16. September lieferte Airbus das erste Flugzeug der A320-Familie aus seiner zweiten Endmontagelinie im chinesischen Tianjin an China Eastern Airlines aus. Der Schritt dient dazu, die Kapazitäten für die volumenstarke A320neo-Reihe breiter aufzustellen.
Rüstungssparte meldet langfristigen Auftrag
Abseits der Engpässe bei den zivilen Passagierjets verbuchte der Konzern zuletzt Fortschritte im Verteidigungsbereich. Am 23. September erhielt Airbus über seine Tochtergesellschaft Airbus Cybersecurity SAS einen Großauftrag der französischen Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA.
Der Vertrag mit der Bezeichnung PARACOM hat eine Laufzeit von 25 Jahren und umfasst die Lieferung sowie Wartung von Cybersicherheits-Gateways für die Streitkräfte Frankreichs.
Zudem eröffnen sich weitere Optionen im Militärgeschäft. Laut einem Bericht von Reuters vom 24. September beabsichtigt Airbus, Portugal Ende Oktober oder Anfang November einen offiziellen Vorschlag zur Beschaffung von Eurofighter-Typhoon-Kampfflugzeugen zu unterbreiten. Das Land prüft derzeit Möglichkeiten, seine alternde Flotte von F-16-Kampfjets zu ersetzen.
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