Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus hat bei der NATO-Übung SPARTAN ARROW 26 auf Kreta einen operativen Fortschritt im Verteidigungsbereich verzeichnet.
Die Rüstungssparte Airbus Defence and Space verband am gestrigen Mittwoch erstmals das deutsche Flugabwehrsystem IRIS-T SLM und das schwedische Patriot-System über den deutschen Gefechtsstand SAMOC. In dieses interoperable Netzwerk wurde zudem das deutsche Kurzstreckensystem LeFlaSys eingebunden.
Das System koordinierte unter realistischen Bedingungen Abwehrmaßnahmen gegen unbemannte Flugobjekte und Marschflugkörper in Echtzeit. Im Rahmen des Manövers erfolgte der erste scharfe Schuss mit dem System IRIS-T SLM durch eine rein deutsche Besatzung, was eine Voraussetzung für die formelle NATO-Zertifizierung darstellt.
Schwedens Streitkräfte absolvierten parallel ihren ersten autonomen scharfen Schuss mit dem Patriot-System über dieses Netzwerk, womit das System im Bündnisverbund validiert wurde.
Für Schweden steht ab Dezember 2026 der Schutz des NATO-Logistikknotens im polnischen Rzeszów an. Gewonnene Daten zu Parametern wie Bandbreite, Reaktionszeit und Störfestigkeit sollen direkt in die Weiterentwicklung vernetzter NATO-Führungsfähigkeiten einfließen.
Kapazitätsfragen im zivilen Flugzeugbau
Während die Verteidigungssparte Vernetzungserfolge meldet, zeichnen sich im zivilen Kerngeschäft Weichenstellungen ab. Lars Wagner, Leiter der Zivilflugzeugsparte, stellte gestern eine zeitnahe Entscheidung über den Ausbau der Großraumflugzeug-Produktion in Aussicht.
Die bestehende Montagelinie für die A350 in Toulouse ist auf 12 bis 13 Maschinen pro Monat ausgelegt. Eine darüber hinausgehende Erhöhung würde den Aufbau einer weiteren Fertigungslinie erfordern.
Zugleich prüft der Konzern vergrößerte Modellvarianten wie die A350-2000 sowie die A220-500. Der Auftragsbestand erreichte im September einen Rekordstand von 9.310 Flugzeugen, wovon 7.535 Bestellungen auf die A320-Familie entfallen.
Auf der Zuliefererseite vermeldete das Unternehmen zuletzt eine Pünktlichkeitsquote von 99 Prozent, wenngleich weiterhin Flugzeuge auf fehlende Ersatztriebwerke von Pratt & Whitney warten.
Bewertung und Termine
An der Börse schloss das Papier am gestrigen Mittwoch bei 189,02 Euro, was einem Tagesgewinn von 1,0 Prozent entsprach. Seit dem Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Minus von 4,3 Prozent. Am 28. Oktober 2026 legt der Konzern seine Quartalsergebnisse vor, bei denen neben dem operativen Hochlauf im zivilen Segment auch die Entwicklung der Verteidigungsaktivitäten im Fokus der Investoren stehen wird.
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