Was ist TARGET2?

Was ist TARGET2?

TARGET2 ist der Nachfolger des zentralen europäischen Zahlungsverkehrssystems TARGET (Trans-European Automated Realtime Gross Settlement Express Transfer System), über das Geschäftsbanken untereinander Überweisungen vom einen ins andere Euro-Land abwickeln können.

Genauer gesagt werden über TARGET2 Zentralbankoperationen, Euroüberweisungen aus Großbetragszahlungssystemen im Internbankenverkehr und andere Euro-Zahlungen untereinander verrechnet, d.h. es handelt sich um ein Brutto-Clearingsystem für den täglichen Transfer von Geldern zwischen den an TARGET2 angeschlossenen Banken.

Die Salden aller Geschäftsbanken sowie der nicht zum Eurosystem gehörenden Zentralbanken, die am TARGET2-System teilnehmen, müssen am Tagesende einen ausgeglichenen bzw. positiven Saldo vorweisen. Dagegen können die Salden von Notenbanken der Eurozone einen negativen oder positiven Saldo aufweisen (die sogenannten TARGET2-Salden). Bis zum Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 waren die Salden der TARGET2-Teilnehmer immer weitestgehend auf Null.

Im Zuge der europäischen Schuldenkrise der letzten Monate und Jahre gerieten die TARGET2-Salden in die Kritik, da aufgrund der Systematik der von TARGET eingeräumten wechselseitigen unbegrenzten und unbesicherten Kreditfazilitäten der Nationalen Zentralbanken und der EZB die Verbindlichkeiten – insbesondere von einigen südlichen Euroländern – gegenüber der Deutschen Bundesbank sehr stark angestiegen sind.

Grund dafür ist der Vertrauensverlust der Banken in den starken Euro-Ländern gegenüber den Banken in den schwachen Euro-Ländern, d.h. die starken Banken verliehen kein Geld mehr an die schwachen Banken. Um die Liquidität der Banken in den schwachen Euro-Ländern trotzdem zu sichern, musste somit die Bundesbank der EZB einen Kredit einräumen, den die EZB dann an die Zentralbanken der finanzschwachen Länder weitergab. Dies bedeutet, dass sich das TARGET2-System inzwischen zur dauerhaften Finanzierungsquelle insbesondere der südlichen Euroländer, die inzwischen in starke Liquiditiätsschwierigkeiten geraten sind, entwickelt hat, von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt und die Bundesbank auf immer höheren Forderungen sitzt.
Allein die TARGET2-Forderungen der Deutschen Bundesbank betrugen Ende April 2012 mehr als 640 Milliarden Euro, dagegen beliefen sich die Verbindlichkeiten von Spanien mehr als 300 Milliarden Euro, von Italien 280 Milliarden Euro und von Irland mehr als 100 Milliarden Euro.

In den 6 Monaten von Dezember 2011 bis April 2012 stiegen die TARGET2-Forderungen der Deutschen Bundesbank von ca. 460 Mrd. Euro auf mehr als 640 Milliarden Euro um rund 40 Prozent.


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