Heute 14.30 Uhr wissen wir mehr zum tatsächlichen Zustand am US-Arbeitsmarkt. Ich korrigiere mich, wir wissen dann zumindest, wie die offiziellen Zahlen aussehen, der tatsächliche Zustand ist bei Weitem schlechter. Aber so what.
Jedenfalls wage ich jetzt mal einen ganz kleinen Vorausblick, versuche also, die Glaskugel zu öffen. Also, die Arbeitslosenquote im letzten Monat (Juli 2010) lag bei 9,5 Prozent. Davor (Juni 2010) lag sie ebenfalls bei 9,5 Prozent. Schätzungen der Analysten erwarten die Quote leicht darüber, bei ca. 9,6 Prozent.
Der am Mittwoch bereits erschienene ADP-Arbeitsmarktbericht für den August 2010 war leicht schwächer als erwartet, die Zahl der privat Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in Amerika fiel um 10.000 Stellen, nachdem es im Vormonat noch ein Plus von 37.000 gab.
Die gestern veröffentlichten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf 472.000, erwartet wurden mit 475.000 leicht mehr. Also ein – wenngleich sehr kleiner – Hoffnungsschimmer.
Fasst man also ADP und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Entwicklungen der Vormonate zusammen und berücksichtigt auch die zuletzt schwächer ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA, dann ist schwerlich mit einer deutlicheren Erholung zu rechnen. Meine persönliche Prognose für heute Nachmittag liegt daher auch bei einer weiteren Stagnation bei der US-Arbeitslosenquote in der Range 9,4 – 9,6 Prozent.
Wie gesagt, meine ganz persönliche Prognose, jeder sollte sich selbst sein Urteil bilden. Bald wissen wir mehr.
Lang, lang ist’s her, seit ich das letzte Mal so richtig getradet habe. Das war im Januar und Februar diesen Jahres, damals war ich nirgends beschäftigt, hatte also entsprechend Zeit und Muße. Damals hatte ich hier im Blog ausführlich über meine Daytradingergebnisse berichtet, die z.T. gar nicht mal so schlecht waren. Dann kam ein neues Projekt beruflicherseits sowie eine größere Investition an der selbst genutzten Immobilie, so das sich die Prioritäten völlig verschoben hatten.
Großes Zittern vorm nächsten Freitag, denn da steht mal wieder die monatlichen US-Arbeitslosenquote aus den USA auf dem Programm. Und die wird wohl nicht sonderlich gut ausfallen, d.h. weiterhin einen sehr schwachen US-Arbeitsmarktes signalisieren.
Aktuelle Prognosen zur Arbeitslosenqote werfen Zahlen zwischen 9,5 Prozent (wie im Vormonat) bis hin zu Werten über die Marke von 10 Prozent in die Runde. Wobei wohl alles über der Quote vom letzten Monat (9,5%) für große Enttäuschungen an den Aktienmärkten sorgen und die bisher schon unglaubliche Rallye an den Rentenmärkten nochmal forcieren würde.
Wunderbar, seine Betrachtungen des Verhaltens dicker Frauen mit Bikini am Strand in Verbindung mit den verschiedensten Typen von Anlegern, deren grundlegenden Verhaltensweisen inkl. aller Fehler und Fehleinschätzungen, in denen wir uns vermutlich alle wiederfinden.
Da haben wir den Salat. So ist das mit dieser Self-Fulfilling Prophecy. Fangen erstmal alle an, dann glauben auch alle dran und dann passiert’s auch. So in etwa kommt mir aktuell die Situation an den Märkten vor.
Inzwischen gewinnen die Konjunkturprognosen für das laufende Jahr unglaublich an Fahrt. Was nach dem letzten Jahr wohl niemand erwartet hätte, scheint sich nun doch nachhaltig zu bestätigen, Deutschland befindet sich in einer Sonderkonjunktur. Nachdem das BIP im 2. Quartal 2010 gegenüber dem Vorquartal bereits um unerwartete 2,2 Prozent gestiegen ist, erwarten nun die Ökonomen des DIW ein Jahreswachstum von über 3 Prozent.
Damit werden die bisherigen Erwartungswerte, die sich zwischen 1,5 und 2 Prozent bewegten, nahezu pulverisiert. Und inzwischen schlägt sich dieses Wachstum auch deutlich auf den Arbeitsmarkt durch, hier befinden wir uns bei Werten, die zuletzt Mitte der 80er Jahre erreicht wurden. Und auch der Ausbildungsmarkt bietet deutlich mehr offene Stellen, als Bewerber verfügbar sind, inzwischen kann sich dieser Fachkräftemangel als größeres Problem herauskristallisieren, als eine zu hohe Arbeitslosigkeit.
Hoffen wir, dass die positive Entwicklung in Deutschland endlich mal von nachhaltiger Natur ist.
Gerüchte kursieren, nachdem SABMiller, die weltweite Nummer 2 am Biermarkt, mit Carlton & United Breweries die Biersparte von Konkurrent Foster’s kaufen will. Laut Wall Street Journal (die sich wiederum auf eine nicht genannte Quelle der Sunday Times of London berufen) ist eine Summe von 10,9 Milliarden Dollar im Gespräch, die SABMiller bereit wäre, für den Zukauf auszugeben.
Zum Wochenende mal eine kleine Videoempfehlung zum Thema Merger and Acquisitions vom Wall Street Journal Digital Network. Nach Jahren rückläufiger Entwicklungen, resultierend aus schwächeren Aktienmärkten, Schwächen der Investmentbanken und globalen Resessionsentwicklungen kommt der Markt für M & A wieder in Schwung, die Deals werden mehr und größer. Nicht zuletzt deshalb blühen aktuell wieder die Bilanzen der großen Investmentbanken golden. So erreichten die globale Übernahmeaktivitäten ihren höchsten Stand seit 2009.
Wie heute seitens Intel bekannt wurde, will der Chipgigant den Sicherheitsspezialisten McAfee für runde 7,7 Milliarden Dollar in Cash kaufen. Das entspricht einem Kaufkurs von 48 Dollar für jede McAfee-Aktie, was einem satten 60prozentigen Aufschlag auf den McAfee-Kurs entspricht. Daraufhin sprangen McAfee-Aktien um 57 Prozent nach oben auf aktuelle 47 Dollar, was den McAfee-Aktionär freuen wird.
Ed Whitacre tritt ab. Und das nach einem knappen dreiviertel Jahr als oberster Boss bei GM. Das Handelsblatt schreibt heute dazu:
“Konzernchef Ed Whitacre hat den verstaatlichten US-Autobauer General Motors nach der Insolvenz im vergangenen Jahr innerhalb von wenigen Monaten auf Vordermann gebracht.”
Mal zusammengefasst: Der Mann fängt bei GM an, einem der größten Autobauer der Welt, der gleichzeitig in unglaublichen Schwierigkeiten steckt, die Pleite grad so vermeiden kann. Arbeitet dort nicht ganz ein dreiviertel Jahr und tritt – nach der Veröffentlichung überraschend guter Quartalszahlen – direkt wieder ab.
Donnerstag, heute mal etwas nach 07.00 Uhr in Deutschland, mal wieder Zeit, einen Blick in andere Blogs und Wirtschaftspublikationen zu werfen. Das schreiben die Anderen:
Die Finanzbranche aus der Sicht der Mathematiker und Programmierer, das gibt es in der Dokumentation “Quants: The Alchemist of Wall Street” und diese gibt es beim Spekulantenblog. Hochinteressant.
Ebenfalls beim Spekulantenblog gibt’s eineEinschätzung zum sich weiter kräftig ausweitenden amerikanischen Handelsbilanzdefizit, das – obwohl Überpräsident Obama dies eigentlich in seiner Amtszeit komplett anders vorgestellt hat – weiter drastisch ausweitet. So sind sie halt, die Amerikaner. Was interessiert mich die Zukunft. Hauptsache konsumieren und richtig dick Schulden machen.
Markus Gaertner widmet sich in seinem Blog in “Crashkurs: China-USA” einer Gegenüberstellung grausiger Wirtschaftsnachrichten aus beiden Wirtschaftssupermächten und den damit verbundenen Auswirkungen und der Sprengkraft für den Rest der Welt. Nicht gerade ermutigend.