ChartNerd warnt heute vor einem möglichen Rückgang von XRP auf 1 US-Dollar bis Ende 2026. Eine Erholung wäre aus seiner Sicht noch keine bestätigte Trendwende. Entscheidend bleibt, ob die lokale Unterstützung hält und XRP wichtige Widerstände auf Wochenschlussbasis zurückerobert. Der Analyst beschreibt damit ein bedingtes Risikoszenario, keinen zwangsläufigen Kursverlauf.
Wochenschluss entscheidet über den Ausblick
ChartNerd verortet die lokale Unterstützungszone zwischen 1,25 und 1,30 US-Dollar. Ein Wochenschluss über 1,34 US-Dollar würde seinen negativen Ausblick infrage stellen. Damit nennt er neben dem Abwärtsrisiko auch eine konkrete Bedingung für eine Neubewertung.
Eine kurzfristige Gegenbewegung allein reicht ihm dafür nicht. Solange XRP unter wichtigen charttechnischen Hürden und dem gleitenden Wochendurchschnitt bleibt, könnte eine Erholung lediglich vorübergehend sein. Für Anleger unterscheidet sich dieses Szenario deutlich von einer bereits bestätigten Bodenbildung.
Bei verteidigter Unterstützung sieht ChartNerd einen wichtigen Widerstand bei 1,45 US-Dollar. Sein Basisszenario verortet das Zyklustief bei etwa 0,98 US-Dollar. Noch tiefere Zielmarken hält er für weniger wahrscheinlich.
Großtransfers sind kein Kaufbeweis
Eine vorsichtigere Gegenposition formulierte gestern Analyst Ali Martinez. Er wertete außergewöhnlich hohe Transferwerte auf dem XRP Ledger als mögliches Bodensignal. Zugleich betonte er ausdrücklich, dass der übertragene Coin-Wert keinen Nettokaufdruck belegt. Hohe Netzwerkaktivität und zusätzliche Nachfrage am Markt sind daher nicht gleichzusetzen.
Auch Martinez knüpft seine Erholungsthese an Bedingungen. Die Unterstützung bei 1,25 US-Dollar müsste halten. Ein nachhaltiger Ausbruch über 1,56 US-Dollar könnte nach seiner Einschätzung den Weg in Richtung 2 US-Dollar öffnen.
Die beiden Einschätzungen widersprechen sich damit weniger grundsätzlich, als ihre unterschiedlichen Zielmarken vermuten lassen. Beide machen einen positiven Ausblick von bestätigten Kursmarken abhängig. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie stark sie das Risiko weiterer Rückgänge gewichten.
Fondsnachfrage liefert noch keine Entwarnung
Auch die jüngste Fondsbilanz spricht gegen eine vorschnelle Entwarnung. US-Spot-XRP-ETFs verzeichneten in der Woche bis Freitag Nettoabflüsse von 1,84 Millionen US-Dollar. Damit endete eine Serie von 13 Wochen mit Zuflüssen.
Eine einzelne negative Woche bestätigt allerdings noch keine dauerhafte Trendwende bei der Fondsnachfrage. Ebenso wenig beweisen große Ledger-Transfers einen nachhaltigen Nachfrageanstieg.
Für die Einordnung der aktuellen Analystenszenarien zählt deshalb vor allem die Bestätigung: Hält die Unterstützung, bleibt eine Bodenbildung möglich. Werden die genannten Widerstände nicht überwunden, bleibt ChartNerds Warnung vor einer nur vorübergehenden Erholung relevant.
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