Am gestrigen Montag verzeichnete die Aktie von XPeng ein Kursplus von 2,1 % auf 8,39 €. Marktbeobachter blicken vor allem auf die operative Entwicklung des chinesischen Elektrofahrzeugherstellers, der nach einer schwächeren Phase wieder höhere Absatzzahlen vorweisen kann.
Die jüngsten Daten sorgen für eine Atempause im anhaltenden Preiskampf. Nach Monaten mit verhaltener Nachfrage konnte das Unternehmen seine Verkäufe im Heimatmarkt spürbar stabilisieren und damit die Produktion wieder besser auslasten.
Für das dritte Quartal 2026 meldete XPeng insgesamt 118.390 ausgelieferte Fahrzeuge. Gegenüber dem vorangegangenen Quartal entspricht dies einem Zuwachs von 15 %.
Messeauftritt in Paris und europäische Expansion
Auch der Einzelmonat September zeigte eine positive Dynamik: Mit 41.256 Einheiten übertraf der Hersteller das Ergebnis des Vormonats um 5 %.
Auf dieser Basis forciert das Unternehmen seine internationale Expansion. Am 12. Oktober plant XPeng auf dem Pariser Autosalon die globale Markteinführung des Modells G9L. Im Rahmen der Messe sollen die europäischen Bestellbücher geöffnet und die Preisgestaltung für Europa bekanntgegeben werden. Vor gut drei Wochen hatten die ersten Auslieferungen des XPeng G9L begonnen, womit der Fokus nun auf die Resonanz bei internationalen Käufern rückt.
Der Ausbau des Europageschäfts gilt als strategisch wichtig, um die Abhängigkeit vom chinesischen Binnenmarkt zu verringern. Dort drücken aggressive Rabatte der Wettbewerber weiterhin auf die Margen der gesamten Branche.
Skepsis bei JPMorgan und Unruhe um Lieferkette
Trotz der gestiegenen Auslieferungen trübten externe Faktoren das Bild. Am 29. September stufte JPMorgan die Aktie von Overweight auf Neutral herab und reduzierte das Kursziel von $24 auf $11.50. Die Analysten begründeten diesen Schritt mit strukturellen Herausforderungen im chinesischen Automobilsektor, die das mittelfristige Wachstum dämpfen könnten.
Zusätzlich sah sich der Autobauer mit Falschmeldungen konfrontiert. Medienberichten zufolge teilte XPeng am 30. September mit, dass ein Mitarbeiter eines Zweitlieferanten falsche Behauptungen über Bauteil-Produktionslinien erfunden und verbreitet habe.
Eine daraufhin eingeleitete Überprüfung ergab jedoch keine Auffälligkeiten bei der Ausbeute der betroffenen Komponenten. Das Unternehmen kündigte an, rechtliche Schritte gegen den Urheber einzuleiten.
Druck auf dem Kurszettel bleibt hoch
Die Erholung zu Wochenbeginn ändert wenig am übergeordneten Trend der vergangenen Monate. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Rückgang um 54 %.
Das Papier bleibt damit deutlich von früheren Kursniveaus entfernt. Ob die internationale Modellpremiere in Paris und die jüngste Absatzbelebung eine nachhaltige Trendwende einleiten können, hängt maßgeblich von den Auftragseingängen im Schlussquartal ab.
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