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Symbolbild, KI-generiert

XPeng Aktie: Die Software-Wette!

Der Autobauer erweitert sein Technologiegeschäft und plant Robotik sowie internationale Expansion, während die Aktie deutlich an Wert verloren hat.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • VLA-System der zweiten Generation ausgerollt
  • Fahrzeugtechnologien auch für weitere Hersteller
  • Roboterfertigung zum Jahresende vorgesehen
  • Aktie seit Jahresbeginn 51 Prozent schwächer

Kann Software den chinesischen Autobauer XPeng aus der Krise manövrieren? Am Dienstag rollte das Unternehmen sein VLA-System der zweiten Generation flottenweit aus. Medienberichten zufolge erreicht das Update auf XOS 6.3.0 die gesamte Modellpalette.

Für mich markiert dieser Schritt einen strategischen Richtungswechsel: XPeng versucht mit Nachdruck, sich vom reinen Fahrzeughersteller zum Technologiekonzern zu wandeln. An der Börse verpuffen diese Signale bisher. Mit einem Schlusskurs von 8,89 Euro am Freitag notiert das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 8,81 Euro.

Die Zurückhaltung der Investoren ist verständlich. Der Preiskampf auf dem heimischen Automarkt nagt an den Margen der gesamten Branche. Reine Absatzzahlen reichen längst nicht mehr aus, um Anleger zu überzeugen. Wer dauerhaft bestehen will, muss neue Ertragsquellen erschließen, die unabhängig von den Produktionskosten klassischer Hardware funktionieren.

Software und Zulieferung als neues Ertragsmodell

Genau hier setzt das Management an. Vor gut einer Woche kündigte XPeng an, eigene Fahrzeugtechnologien künftig auch anderen ausländischen Herstellern neben Volkswagen anzubieten – seither gab die Aktie um 4,0 Prozent nach.

Das Angebot umfasst elektronische Architekturen, Cockpitsysteme, Turing-KI-Chips und Fahrassistenzsoftware. Aus meiner Sicht ist diese Öffnung für Dritte der einzig logische Schritt. Hochmargige Lizenzerträge könnten dem Unternehmen jene Stabilität verleihen, die im reinen Fahrzeugverkauf fehlt.

Dass die Technologie im Markt gefragt ist, zeigt die Kooperation mit Volkswagen. Die Wolfsburger starteten am Donnerstag den Vorverkauf für das gemeinsam entwickelte Modell ID. UNYX 09. Der Wagen steht ab 199.900 Yuan in den Listen und soll Ende Oktober in den Handel kommen. Für XPeng dient dieses Projekt als sichtbarer Beleg dafür, dass die eigene Entwicklungsarbeit industrietauglich ist.

Robotik und weltweiter Ausbau

Parallel dazu sucht der Konzern den Anschluss an künftige Technologiefelder außerhalb des Straßenverkehrs. Am Dienstag veranstaltete XPeng seine erste Konferenz für Partner der Robotik-Lieferkette. Nach Unternehmensangaben wurden Nominierungsvereinbarungen mit Zulieferern unterzeichnet.

Die Massenfertigung der Roboter ist für das Jahresende avisiert, während Markteinführung und Auslieferung für 2027 geplant sind. Für mich ist dieses Vorhaben ein zweischneidiges Schwert: Es beweist Innovationskraft, bindet aber erhebliche Mittel.

Gleichzeitig treibt das Management die Expansion auf den internationalen Automärkten voran. Nach dem Marktstart des Modells G9L vor gut einer Woche – seither fiel der Kurs um 3,8 Prozent – soll das SUV auf dem Pariser Autosalon am 12. Oktober weltweit vorgestellt werden. Auch in Südostasien wächst die Präsenz: Am Montag kündigte die Niederlassung in Malaysia an, das dortige Standortnetz bis Ende 2026 spürbar auszubauen.

Hohe Ambitionen treffen auf Marktskepsis

Unterm Strich klafft eine deutliche Lücke zwischen dem operativen Tempo und der Bewertung an den Finanzmärkten. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 51 Prozent. Die Skepsis des Marktes wiegt schwer, da hohe Entwicklungskosten für KI-Chips und Roboter zunächst die Bilanz belasten.

Meiner Ansicht nach sprechen die strategischen Schritte dennoch für ein tragfähiges Zukunftsmodell. XPeng baut planvoll die Abhängigkeit von reinen Fahrzeugauslieferungen ab und setzt auf margenstarke Softwarekomponenten. Für risikobereite Beobachter überwiegen mittel- bis langfristig die Chancen dieser Transformation. Kurzfristig dürfte die Aktie jedoch volatil bleiben, bis die neuen Geschäftsfelder nachweisbare Erträge abwerfen.

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