Die Aktien von Wienerberger verzeichnen heute ein Kursplus von 2,3 Prozent auf 15,65 Euro, nachdem das Papier in den vergangenen Wochen spürbar unter Druck geraten war. Für den heutigen Kursanstieg liegt keine gesonderte Unternehmensmeldung vor. Allerdings setzte die Schweizer Großbank UBS vor wenigen Tagen ein beachtetes Signal und baute ihr Engagement bei dem österreichischen Baustoffkonzern aus.
Großinvestor baut Engagement moderat aus
Wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht, hat die UBS Group AG ihre Gesamtposition an Wienerberger ausgebaut. Die Schwellenberührung fand bereits am 6. Oktober statt, die Veröffentlichung folgte zwei Tage später.
Der Zukauf fiel zeitlich mit einer Phase ausgeprägter Kursschwäche zusammen, in der die Notierung am 8. Oktober bei 15,03 Euro auf ein neues 52-Wochen-Tief fiel. Der aktuelle Kurs liegt rund 4,1 Prozent über diesem Tiefststand.
Belastendes Marktumfeld drückt auf Prognosen
Hintergrund der vorangegangenen Kursverluste war die operative Entwicklung des Unternehmens. Vor gut einer Woche senkte Wienerberger die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2026 auf 640 bis 650 Millionen Euro.
Für das dritte Quartal 2026 rechnet der Vorstand mit einem Umsatz von etwa 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro sowie einem operativen EBITDA zwischen 170 und 180 Millionen Euro.
Als Ursachen für die Eintrübung nannte das Management eine schwächere Nachfrage im Wohnungsneubau, insbesondere in Großbritannien sowie Nordamerika. Hinzu kamen seit Ende August spürbar gestiegene Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik, die auf den Margen lasten.
Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen
Die Reaktion der Finanzanalysten ließ nicht lange auf sich warten. Am 9. Oktober reduzierte Berenberg das Kursziel von 25,00 auf 19,00 Euro, hielt aber an der Einstufung „Buy“ fest. Analyst Harry Goad begründete diesen Schritt mit steigenden Hypothekenzinsen, hartnäckiger Inflation und dem schwierigen Branchenumfeld.
Medienberichten zufolge passte am 12. Oktober auch die Wiener Privatbank ihre Bewertung an. Das Institut beließ die Einstufung auf „Halten“, strich das Kursziel jedoch deutlich von 23,10 auf 16,40 Euro zusammen und verwies auf ein anhaltend herausforderndes Marktumfeld.
Klarheit über den weiteren Kurs soll der 12. November bringen. An diesem Tag legt Wienerberger die vollständigen Ergebnisse für die ersten neun Monate 2026 vor. Zeitgleich kündigte das Unternehmen ein Update zur laufenden strategischen Überprüfung und zu beschleunigten Kostenoptimierungen an.
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