Eine herabgesetzte Gewinnprognose hat die Aktie von Wienerberger unter Verkaufsdruck gesetzt. Das Papier des Baustoffherstellers verbuchte gestern ein Minus von 4,0 Prozent und beendete den Handel bei einem Schlusskurs von 15,49 Euro. Damit notiert der Titel nur noch 1,2 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
Auslöser für den Kursrückgang war ein am Dienstag vorgelegtes Trading Update des Unternehmens, in dem das Management die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigierte.
Gegenwind im Wohnungsneubau drückt die Ertragsziele
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Wienerberger beim operativen EBITDA nunmehr mit einem Wert zwischen 640 und 650 Millionen Euro. Auch die vorläufigen Kennziffern für das dritte Quartal spiegeln die angespannte Lage wider.
In diesem Zeitraum erwartet der Konzern einen Umsatz von rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro sowie ein operatives EBITDA in der Spanne von 170 bis 180 Millionen Euro.
Verantwortlich für die schwächere operative Entwicklung ist vor allem eine spürbare Nachfrageflaute. Wie das Unternehmen mitteilte, leidet das Geschäft unter einer anhaltend verhaltenen Dynamik im Wohnungsneubau, wobei sich die Zurückhaltung der Auftraggeber insbesondere in Großbritannien sowie in Nordamerika bemerkbar macht.
Parallel dazu belasten spürbare Kostensteigerungen die Rentabilität. Höhere Aufwendungen für Energie, teurere Rohstoffe und gestiegene Ausgaben in der Logistik schmälern die Margen zusätzlich.
Strategische Überprüfung und Berichtstermin im November
Als Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen kündigte der Konzern eine beschleunigte Kostenoptimierung an. Zudem stellt Wienerberger das operative Geschäft auf den Prüfstand und leitet eine umfassende strategische Überprüfung ein. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Kostenblock an das veränderte Marktumfeld anzupassen und die Effizienz in den betroffenen Regionen zu sichern.
Konkrete Einzelheiten zu den Sparmaßnahmen und den Fortschritten der strategischen Analyse stehen allerdings noch aus. Weitere Details will das Management am 12. November vorlegen. An diesem Termin plant Wienerberger die Veröffentlichung des vollständigen Neunmonatsberichts für das Geschäftsjahr 2026 sowie ein umfassendes Update zu den eingeleiteten Schritten.
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