Washington setzt bei der Regulierung von Spitzentechnologie auf Kooperation statt harter Gesetze. Eine neu formierte Regierungseinheit unter der Leitung von Geheimdienstkoordinator Jay Clayton soll in den kommenden Monaten klären, wie die Vereinigten Staaten Risiken künstlicher Intelligenz eindämmen, ohne Innovationen auszubremsen. Die klare Botschaft an das Silicon Valley: Die Industrie soll sich weitgehend selbst kontrollieren.
Freiwillige Zusagen statt neuer Fesseln
Der Vorstoß folgt auf ein Spitzentreffen im Weißen Haus, an dem führende Branchenvertreter wie Nvidia-Chef Jensen Huang sowie die Chefs von OpenAI und Anthropic teilnahmen. Die Konzerne verständigten sich dabei auf freiwillige Leitlinien. Diese sehen interne Kontrollen bei der Modellentwicklung, Prüfungen durch externe Dritte sowie Berichte an die jeweiligen Unternehmensvorstände vor.
Die US-Regierung will diesen Ansatz beibehalten. Präsident Donald Trump stellte klar, dass administrative Hürden die Entwicklung einer Technologie, deren Tragweite er mit der Industriellen Revolution verglich, nicht behindern dürfen. Jay Clayton verwies dabei auf bewährte Kontrollmechanismen aus dem Bankensektor, wo Behörden eng mit Instituten zusammenarbeiten, um systemische Risiken frühzeitig abzufangen.
Hochrangige Besetzung mit 120-Tage-Frist
Das neue Gremium mit dem Namen „Super Intelligence Force“ vereint Spitzenvertreter aus Sicherheits- und Wirtschaftspolitik. Neben Vizepräsident JD Vance gehören Verteidigungsminister Pete Hegseth, Finanzminister Scott Bessent sowie der Risikokapitalgeber David Sacks und die frühere Außenministerin Condoleezza Rice dem Kreis an. Drei ernannte Vize-Vorsitzende koordinieren die Zusammenarbeit mit Tech-Konzernen, Betreibern kritischer Infrastruktur sowie Verbraucherschutzgruppen.
Das Mandat der Arbeitsgruppe ist zeitlich eng umrissen. Binnen 120 Tagen muss das Team einen Bericht vorlegen, der bestehende Gesetze prüft, Handlungsempfehlungen für den Kongress formuliert und das staatliche Warnsystem für Cyberangriffe und Modellmanipulationen bewertet. Für die beteiligten Technologiekonzerne bedeutet der Schritt vorerst Planungssicherheit: Statt neuer Auflagen setzt Washington auf den gemeinsamen Schulterschluss im globalen Wettbewerb.
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