Eine milliardenschwere Finanzierungszusage aus Washington hat den Papieren von Vistra deutlichen Auftrieb verliehen. Die Aktie des Energieunternehmens legte gestern um 4,8 % zu und ging bei 149,38 € aus dem Handel. Auslöser der Aufwärtsbewegung ist eine vorläufige Kreditzusage des U.S. Department of Energy über bis zu $4,2 Milliarden. Die Mittel sollen in die Modernisierung bestehender Nuklearkapazitäten fließen.
Milliardenförderung für drei Nuklearstandorte
Das U.S. Department of Energy stellte Vistra die Kreditlinie für Vorhaben an drei Kernkraftwerken in Aussicht. Betroffen sind die Anlagen Beaver Valley in Pennsylvania sowie Davis-Besse und Perry in Ohio. Vistra plant an diesen Standorten nukleare Leistungserhöhungen und Modernisierungen.
Durch die Vorhaben sollen nahezu 4 GW an Grundlastleistung für die Stromversorgung gesichert werden. Zudem beabsichtigt das Unternehmen, die Erzeugung um weitere 433 MW auszubauen. Die Bereitstellung der Gelder ist jedoch an technische, rechtliche, ökologische und finanzielle Vorgaben gebunden.
Widerstand gegen Marktpläne von PJM
Parallel zu den Förderzusagen sieht sich der Konzern mit Weichenstellungen im Energiemarkt konfrontiert. Vistra forderte die Bundesregulierer am Dienstag dazu auf, einen Vorstoß des Netzbetreibers PJM Interconnection abzulehnen. Konkret richtet sich der Protest gegen den vorgeschlagenen Übergangsdienst zur Ressourcenadäquanz.
Medienberichten zufolge stuft das Unternehmen den Entwurf als diskriminierend ein. Vistra warnt davor, dass die Neuregelung die Ergebnisse des regionalen Kapazitätsmarktes beeinträchtigt. Eine solche Maßnahme drohe zudem, bestehende Investitionssignale für Marktteilnehmer nachhaltig zu verzerren.
Regulatorisches Umfeld und Analystenreaktion
Die regulatorischen Rahmenbedingungen bleiben damit ein wichtiger Faktor für den Versorger. Vor gut drei Wochen verabschiedete das US-Repräsentantenhaus den Ratepayer Protection Act. Zudem sicherte sich das Unternehmen vor rund zwei Wochen einen Stromabnahmevertrag für ein Rechenzentrum.
Die politischen und regulatorischen Herausforderungen veranlassten BMO Capital am Montag zu einer Neueinschätzung. Die Analysten senkten ihr Kursziel für Vistra von zuvor $231 auf $210. Die Einstufung beließ das Haus auf „Outperform“.
Auf Führungsebene kam es unterdessen zu einer Transaktion. Scott Hudson, Executive Vice President bei Vistra, veräußerte am Dienstag 22.222 Aktien des Unternehmens. Der Verkauf erfolgte laut einer Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC über einen vorab vereinbarten Handelsplan nach Regel 10b5-1.
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