Die US-Streitkräfte haben ihre B-1-Langstreckenbomber überraschend vom britischen Stützpunkt RAF Fairford abgezogen, weil konkrete Sicherheitsbedrohungen mit vermutetem Iran-Bezug die Stationierung gefährdeten. US-Präsident Donald Trump begründete die Rückverlegung in die Vereinigten Staaten mit dem Schutz der Maschinen. Dahinter stehen ungeklärte Sabotageverdächtigungen und anhaltende diplomatische Differenzen zwischen Washington und London über den militärischen Handlungsspielraum.
Am Montag erklärte Trump, man habe Hinweise auf eine Bedrohung erhalten und die Flugzeuge daraufhin verlegt. Die Urheber stünden mutmaßlich in Verbindung mit Teheran. US-Vizepräsident JD Vance sprach von einer reinen Vorsichtsmaßnahme. Irans Außenminister Abbas Araqchi wies Vorwürfe einer Verstrickung in Anschlagspläne als haltlos zurück.
Festnahmen nahe dem Stützpunkt
Ende September hatten britische Sicherheitskräfte fünf Männer unweit der Militärbasis aufgegriffen. Die Verdächtigen flohen aus drei Lieferwagen über ein Feld. Ermittler fanden Vorräte an Benzin, stellten jedoch keine Sprengsätze sicher. Wenige Tage später folgte die Festnahme eines sechsten Verdächtigen mit iranisch-britischer Staatsbürgerschaft. Alle Personen kamen inzwischen unter Auflagen wieder auf freien Fuß.
Britische Regierungsvertreter sahen Hinweise auf eine Verbindung der Festgenommenen zum Iran. US-Außenminister Marco Rubio sprach hingegen von routinemäßigen Truppenverlegungen des Pentagons und betonte das Vertrauen in die Sicherheit der Stützpunkte.
Strategische Beschränkungen in Europa
Die Basis RAF Fairford liegt rund 145 Kilometer westlich von London und zählt zu den wenigen europäischen Standorten, die schwere US-Bomber aufnehmen können. Zuletzt durfte das US-Militär den Stützpunkt nur für defensive Einsätze gegen iranische Raketenstellungen nutzen, die den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bedrohten. London verweigerte die Freigabe der Basis für offensive Schläge.
Diese Haltung belastete die Abstimmung zwischen den beiden Verbündeten. Durch den Abzug der B-1-Flotte in die Heimatbasen verlängern sich die Flugzeiten für künftige Einsätze im Nahen Osten deutlich. Alternativen wie Stützpunkte im Indischen Ozean oder am Persischen Golf erfordern zusätzliche diplomatische Vereinbarungen und neue Sicherheitsvorkehrungen.
