Widersprüchliche Konjunktursignale und wechselnde Zinserwartungen haben den US-Anleihemarkt zum Wochenausklang ausgebremst. Nach kräftigen Kursschwankungen in den vorangegangenen Tagen zeigten die Notierungen am Freitag keine klare Richtung mehr. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe pendelte im Bereich von 5,08 bis 5,11 Prozent, während der Terminkontrakt um 0,22 Prozent auf 105,30 Punkte nachgab.
Hinter der aktuellen Seitwärtsbewegung liegt eine Handelswoche mit extremen Ausschlägen. Am Mittwoch hatten überraschend hohe Verbraucher- und Erzeugerpreise die Befürchtung weiterer Zinsschritte angeheizt. Die Rendite zehnjähriger Papiere kletterte daraufhin zeitweise über 5,30 Prozent. Am Donnerstag folgte jedoch eine spürbare Entlastung: Ein Ausverkauf bei Technologiewerten trieb Anleger in die als sicher geltenden Staatspapiere, woraufhin die Rendite bis auf 5,04 Prozent nachgab.
Robuste Industrie trifft auf vorsichtige Notenbank
Neue Wirtschaftsdaten stützen das Bild einer widerstandsfähigen US-Konjunktur. Die amerikanische Industrieproduktion legte im September um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Ökonomen hatten lediglich mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent gerechnet. Dieser Zuwachs unterstreicht die anhaltende Dynamik der Wirtschaft trotz des hohen Zinsniveaus.
Parallel dazu sorgten geldpolitische Signale für Beruhigung an den Märkten. Äußerungen von US-Notenbankchef Kevin Warsh bei der Tagung des Internationalen Währungsfonds in Bangkok dämpften die Erwartung einer raschen Zinsanhebung. Marktbeobachter rechnen fest damit, dass die Federal Reserve ihren Leitzins bei der Sitzung Ende Oktober unverändert lässt. Für den darauffolgenden Zinsentscheid im Dezember halten Marktteilnehmer eine Anhebung um 25 Basispunkte jedoch weiterhin für wahrscheinlich.
