Steigende Benzinpreise treiben die US-Verbraucherpreise im September spürbar an, zwingen die Federal Reserve jedoch nicht zu einem sofortigen Zinsschritt. Während teurere Energie die Gesamtrate nach oben drückt, bleibt der grundlegende Preisdruck verhalten genug, um den Währungshütern im Oktober eine Pause zu ermöglichen.
Ökonomen rechnen für den September mit einem monatlichen Zuwachs der Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. Auf Jahressicht dürfte die Teuerungsrate damit auf 3,6 Prozent klettern, nachdem sie im August noch etwas niedriger notiert hatte.
Haupttreiber dieser Entwicklung sind die Zapfsäulen. Benzin verteuerte sich binnen Monatsfrist um 7,1 Prozent infolge der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Höhere Transportkosten drohen die Lieferketten zu belasten, haben das allgemeine Preisgefüge abseits der Treibstoffe bislang allerdings kaum erfasst.
Kernrate verschafft Notenbank Spielraum
Entscheidend für die Geldpolitik bleibt der Blick auf die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie. Hier deutet sich für September ein moderater Zuwachs von 0,2 Prozent an. Auf Zwölfmonatssicht würde die Kernrate damit lediglich leicht auf 2,5 Prozent anziehen.
Die Federal Reserve hatte ihren Leitzins im Vormonat um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Ein schwächerer Beschäftigungsaufbau im September dämpfte zuletzt den Druck auf die Währungshüter, die geldpolitischen Zügel unmittelbar weiter anzuziehen.
An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Anhebung Ende Oktober auf lediglich 22 Prozent geschätzt. Die Notenbank kann sich leisten, die Übertragung der Energiekosten auf andere Wirtschaftsbereiche vorerst zu beobachten.
Bei der Zinsentscheidung am 27. und 28. Oktober spricht daher alles für ein vorläufiges Festhalten am aktuellen Zinsniveau. Erst für die nachfolgende Sitzung im Dezember rechnen Marktbeobachter mit dem nächsten Straffungsschritt.
