Die US-Aktienmärkte starten mit einer spürbaren Erholung in eine entscheidende Handelswoche, getragen von sinkenden Anleiherenditen und fallenden Energiepreisen. Ob diese Stabilisierung hält, hängt von den anstehenden Quartalszahlen der führenden Technologiekonzerne ab, die nun belegen müssen, ob sich die immensen Investitionen in künstliche Intelligenz bereits auszahlen.
In den Handel am Montag starteten die US-Index-Futures mit Gewinnen. Der Nasdaq-100-Future legte am frühen Morgen um 0,99 Prozent zu, während die Terminkontrakte auf den S&P 500 um 0,47 Prozent stiegen. Vorausgegangen war der größte Wochenverlust beider Indizes seit Ende Juni.
Am Markt wuchsen zuletzt die Zweifel am Tempo des Ausbaus der KI-Infrastruktur. Vor allem die hohe Schuldenaufnahme und die Kapitalerhöhungen zur Finanzierung neuer Rechenzentren drückten auf das Sentiment der Investoren. Hinweise auf ein verlangsamtes Umsatzwachstum einzelner Software-Entwickler trübten die Stimmung im Technologiesektor zusätzlich ein.
Entlastung brachten am Montag vor allem die Zinserwartungen und der Energiemarkt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe gab auf 5,085 Prozent nach. Parallel dazu verbilligte sich Rohöl der Sorte Brent um 1,8 Prozent auf rund 107 Dollar je Barrel, nachdem die US-Regierung Sanktionserleichterungen für russische Öllieferungen in Aussicht stellte.
Hohe Ausgaben setzen Big Tech unter Zugzwang
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Geschäftszahlen von Meta Platforms und Tesla, die beide am Mittwoch nach US-Börsenschluss ihre Bilanzen vorlegen. Für die gesamte Technologiebranche rechnen Marktteilnehmer für das abgelaufene Quartal mit einem Gewinnwachstum von durchschnittlich 65 Prozent.
Bei Meta blicken Anleger vor allem auf die Rendite der massiven Ausgaben für eigene KI-Modelle. Der Konzern peilt für 2026 Gesamtinvestitionen zwischen 130 und 145 Milliarden Dollar an. Um den Mittelwert der eigenen Umsatzprognose für das Quartal zu erreichen, muss das Unternehmen 62,5 Milliarden Dollar erlösen.
Vor den Veröffentlichungen am Mittwoch erhalten die Kurse durch Einzelwerte zusätzlichen Rückhalt. So zogen die Papiere des Chipherstellers Broadcom im vorbörslichen Handel um 2,3 Prozent an, während Nvidia 1,1 Prozent gewann. Die kommenden Tage werden Klarheit darüber schaffen, ob die fundamentale Ertragskraft dieser Vorreiter ausreicht, um die gestiegenen Kapitalkosten der gesamten Branche dauerhaft zu rechtfertigen.
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