Die Diskussion um die künftige Aufstellung der UBS erhält neue Nahrung. Medienberichten zufolge, die sich auf das Wall Street Journal berufen, haben sich potenzielle Fusionspartner aus den USA bei der Schweizer Großbank gemeldet.
Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Führungskräfte und Berater des Instituts an Notfallplänen für den Fall deutlich verschärfter Schweizer Eigenkapitalvorschriften arbeiten. Welche Institute Kontakt gesucht haben und wie konkret dieser Austausch ist, bleibt offen.
Notfallpläne und internationale Optionen
Die Überlegungen zu strategischen Ausweichoptionen hatten bereits gestern für Aufsehen gesorgt. Laut einem Bericht von Reuters, der sich ebenfalls auf das Wall Street Journal bezog, prüft die UBS Szenarien für den Fall untragbarer regulatorischer Belastungen im Heimatmarkt.
Zu den diskutierten Notfalloptionen zählen eine Verlegung des Hauptsitzes ins Ausland, der Zukauf eines US-Finanzinstituts sowie ein Zusammenschluss mit einem europäischen Wettbewerber oder der Verkauf an eine US-Bank. Reuters konnte die Angaben zunächst nicht unabhängig verifizieren.
Auslöser der Gedankenspiele ist die politische Debatte in Bern nach der Übernahme der Credit Suisse. Eine Schweizer Kommission schlug eine Liquiditätsgebühr vor, die speziell auf systemrelevante Institute mit substanziellem Auslandsgeschäft abzielt.
Die UBS wäre nach aktuellem Stand die einzige Bank, die diese Kriterien erfüllt. Geplant ist ein moderater gesetzlicher Bemessungsgrundsatz von höchstens einem Basispunkt als vorab zu entrichtende Abgeltung für den staatlichen Liquiditäts-Backstop.
Operative Bereinigung vor den Quartalszahlen
Ungeachtet der übergeordneten Strukturdebatte treibt das Management die Bereinigung der eigenen Bilanz und den Abbau von Altlasten voran. Am Dienstag übertrug der Konzern Vermögenswerte im Umfang von 1,7 Milliarden Pfund – umgerechnet rund 1,8 Milliarden Franken – aus seiner britischen Pensionskasse an den Versicherer Legal & General. Dieser übernimmt die Risiken des Vorsorgeplans mit rund 7.000 Versicherten, was das Eigenkapital des Bankkonzerns entlastet.
Zudem hatte das Institut am 6. Oktober vereinbart, die Fondsadministration der übernommenen Credit Suisse in der Schweiz und in Luxemburg an Northern Trust zu übertragen. Dieser Schritt steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und soll im zweiten Quartal 2027 abgeschlossen werden.
An der Börse zeigt sich der Titel von den Berichten über potenzielle Übernahmegespräche und regulatorische Reibungen stabil. Die Aktie notiert bei 42,40 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,3 Prozent entspricht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 48,19 Euro trennt das Papier damit ein Abstand von 12 Prozent. Neue operative Fakten folgen in Kürze: Am 28. Oktober 2026 legt die UBS Group AG ihre Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal vor.
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