Jefferies hebt das Kursziel für Tesla an, bleibt bei der Anlageempfehlung aber zurückhaltend. Dan Ives bestätigt dagegen seine optimistische Einschätzung. Vor dem anstehenden Quartalsbericht steht damit eine zentrale Frage im Raum: Wie schnell können Robotaxis und Fahrerassistenzsysteme ihre Fortschritte in wirtschaftlichen Erfolg übersetzen? Höhere Zielmarken allein bedeuten noch keine einheitlich positive Bewertung der Aktie.
Höhere Zielmarke, unveränderte Zurückhaltung
Jefferies erhöhte das Kursziel heute von 350 auf 400 US-Dollar und behielt die Einstufung „Hold“ bei. Die Anpassung signalisiert eine höhere Bewertungsperspektive, ist aber keine neue Kaufempfehlung.
Dieser Unterschied ist für Anleger entscheidend. Eine Zielanhebung und eine optimistischere Anlageempfehlung sind nicht dasselbe. Jefferies verändert die Zielmarke, ohne seine grundsätzliche Zurückhaltung aufzugeben. Eine konkrete Begründung für die Anhebung wurde in der Meldung nicht genannt.
Dan Ives von Yorkville Ives & Co. bestätigte heute hingegen seine Einstufung „Outperform“ und ein Kursziel von 500 US-Dollar. Seine Argumentation konzentriert sich auf Teslas Robotaxi-Ausbau und die Nutzung des Fahrerassistenzsystems FSD.
Die beiden Einschätzungen setzen damit unterschiedliche Akzente. Während Jefferies trotz höherer Zielmarke neutral bleibt, sieht Ives weiterhin eine überdurchschnittliche Entwicklung. Für Anleger zählt deshalb nicht nur die Höhe des Kursziels, sondern auch die dahinterstehende Empfehlung.
Robotaxi-Ausbau trifft auf Produktionsgrenzen
Laut Ives ist Teslas Robotaxi-Dienst inzwischen in sechs US-Städten aktiv. Die mit bezahlten Fahrten zurückgelegte Strecke nähere sich 2,5 Millionen Meilen. Nevada habe zudem bis zu 5.000 Fahrzeuge genehmigt.
Diese Angaben stützen seine optimistische Einschätzung des Ausbaus. Eine Genehmigung ist allerdings nicht mit einer bereits eingesetzten Flotte gleichzusetzen. Ebenso belegen gefahrene Meilen die Nutzung des Dienstes, beantworten aber noch nicht die Frage nach dessen Profitabilität.
Ives zufolge liegt die FSD-Nutzungsquote bei nordamerikanischen Neuauslieferungen über 55 %. Die Cybercab-Produktion sei angelaufen. Zugleich begrenze die Kapazität für 4680-Batteriepakete das Produktionsvolumen.
Damit stehen Fortschritt und Engpass nebeneinander. Ein gestarteter Produktionsprozess beseitigt noch nicht die Grenzen beim Hochlauf. Für die Bewertung des Robotaxi-Geschäfts wird deshalb wichtig, ob Tesla diese Kapazitätsbeschränkung überwinden kann und welche Aussagen das Unternehmen zur weiteren Skalierung macht.
Quartalsbericht muss Erwartungen unterlegen
Tesla will seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 21. Oktober nach Börsenschluss veröffentlichen. Der Analystenkonsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 0,43 US-Dollar und einen Umsatz von 27,90 Milliarden US-Dollar.
Der Bericht bietet damit den nächsten konkreten Prüfstein für die unterschiedlichen Analysteneinschätzungen. Neben den Geschäftszahlen dürfte der Ausblick auf Fahrerassistenz, Robotaxis und Optimus besondere Aufmerksamkeit erhalten. Fortschritte bei diesen Projekten müssen dabei von bereits erzielten wirtschaftlichen Ergebnissen getrennt bleiben.
Tesla lieferte im dritten Quartal 2026 insgesamt 486.532 Fahrzeuge aus und übertraf damit die Erwartungen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl allerdings um rund 2 %.
Die positive Überraschung bei den Auslieferungen beantwortet somit noch nicht die Frage nach der Ertragskraft. Jefferies bleibt trotz höherer Zielmarke zurückhaltend; Ives setzt auf die Entwicklung neuer Angebote. Der Quartalsbericht muss zeigen, wie belastbar die wirtschaftliche Grundlage für diese Erwartungen ist.
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