Jeff Bezos legt sich fest: Blue Origin wird „irgendwann“ an die Börse gehen. Für SpaceX, den dominierenden Konkurrenten im kommerziellen Raumfahrtgeschäft, rückt damit ein möglicher börsennotierter Wettbewerber in Sichtweite.
Bezos nennt einen Zeithorizont
„Ich denke, irgendwann wird Blue Origin einen Börsengang haben. Das wäre in einigen Jahren“, sagte Bezos in einem Interview auf Fox News. Es sei wahrscheinlich sinnvoll, dass das Unternehmen irgendwann börsennotiert sei. Marktbeobachter werten das als seine bisher klarste Andeutung eines Börsengangs.
Zuvor hatte Blue Origin erstmals externes Kapital eingesammelt, rund 10 Milliarden Dollar. Die Bewertung soll bei etwa 130 bis 140 Milliarden Dollar liegen. Bezos selbst hat nach eigenen Angaben seit der Gründung im Jahr 2000 rund 28 Milliarden Dollar in das Unternehmen gesteckt.
Aufholjagd mit Hindernissen
Blue Origin hält milliardenschwere Verträge mit der NASA und der US Space Force, darunter Arbeiten am Mondprogramm Artemis. Technisch hinkt der Konkurrent SpaceX jedoch hinterher. Eine Explosion auf der Startrampe bei einem Test im Mai warf das Programm der New-Glenn-Rakete zurück. Im Dezember soll die Rakete wieder fliegen.
SpaceX hat einen deutlichen Vorsprung, auch an der Börse. Der Konzern ging im Juni mit einem Rekordvolumen von 75 Milliarden Dollar aufs Parkett und wurde mit 1,77 Billionen Dollar bewertet. Die Aktie schloss zuletzt bei 167,61 Dollar, ein Minus von 2,5 Prozent. Nachbörslich zog sie leicht an.
Chip-Finanzierung belastet das Sentiment
Zusätzlich steht der Technologiesektor unter Druck. Dem Wall Street Journal zufolge wollen SpaceX, Broadcom und Oracle Kapital aufnehmen, um KI-Chips zu kaufen. Das nährt Sorgen, ob die erhofften Gewinne tatsächlich anfallen. Europäische Börsen dürften am Donnerstag leichter eröffnen, auch die steigenden Anleihenrenditen und der höhere Ölpreis belasten.
Konkret wird es bei Blue Origin im Dezember: Dann soll New Glenn nach der Explosion erstmals wieder starten. Ein Börsengang des Rivalen ist dagegen nicht vor einigen Jahren zu erwarten.
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