Zwei Brände an Starlink-Anlagen binnen drei Wochen, zwei Länder, ein mutmaßliches Muster: Nach Polen hat nun auch Bulgarien einen Vorfall an einer Bodenstation des Satelliteninternetdienstes bestätigt. Für SpaceX geht es dabei um mehr als beschädigte Hardware. Starlink ist ein strategischer Baustein der ukrainischen Verteidigung.
Bulgarien: Elf von 17 Antennen betroffen
Das prowestliche Oppositionsbündnis Demokratisches Bulgarien machte den Brand öffentlich. In einer geheim gehaltenen Anlage nahe Sofia sollen am 9. Oktober elf von 17 Antennen vorsätzlich angezündet worden sein. Sie dienten als Hauptverbindung zu SpaceX und würden im Ukraine-Krieg genutzt. Regierungschef Rumen Radew bestätigte den Vorfall im Parlament, nannte wegen laufender Ermittlungen aber keine Details.
Der Chef des Geheimdienstes DANS, Plamen Tontschew, geht von Sabotage aus. Weitere Akte seien nicht ausgeschlossen, warnte er. Die Anlage ist laut Außenministerin Welislawa Petrowa-Tschamowa eine private Einrichtung. Die Bewachung wird dennoch verstärkt, das Innenministerium schützt zudem ähnliche Standorte zusätzlich. Oppositionsparteien vermuten eine Verbindung zu Russland.
Polen als Vorläufer
Bereits am 23. September war südlich von Warschau ein Terminal von Starlink in Brand geraten. Am Dienstag nahmen Ermittler in Nürtingen bei Stuttgart zwei mutmaßliche Saboteure fest. Die Regierung in Warschau vermutet russische Geheimdienste hinter der Tat. Ob beide Fälle zusammenhängen, ist offen.
Zusätzlicher Druck aus Kiew
Parallel dazu erhebt das Umfeld von Präsident Selenskyj Vorwürfe gegen den Starlink-Betreiber. Präsidentenberater Serhij Beskrestnow erklärte, wichtige Dienste für die ukrainische Armee würden gedrosselt. Einige Militäreinsätze seien deshalb gescheitert. Außenminister Johann Wadephul sagte in Berlin, er könne diese Angaben nicht verifizieren. Man sei im Gespräch mit der Ukraine.
Für SpaceX verdichten sich damit zwei Risikofelder: physische Angriffe auf die Infrastruktur und politische Reibung um die Rolle des Dienstes im Krieg. Operativ läuft das Kerngeschäft weiter. Die Cargo-Dragon-Mission CRS-35 startete am 13. Oktober vom Cape Canaveral in Florida.
Die Ermittlungen in Sofia und gegen die beiden Festgenommenen in Deutschland dürften klären, ob hinter den Bränden eine koordinierte Kampagne steckt. Davon hängt ab, wie umfassend Betreiber und Behörden die Anlagen in Europa künftig sichern müssen.
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