SK Hynix legt den möglichen US-Börsengang seiner Speichertochter Solidigm auf Eis. Offiziell verweist der Konzern auf das eingetrübte Marktumfeld, nicht auf schwächere Aussichten der Tochter. Die Aktie startete am Freitag in Seoul mit deutlichen Verlusten und drehte im Verlauf ins Plus.
Umfeld ließ keinen Spielraum
Zum Handelsschluss in Seoul stand ein Plus von 4,4 Prozent. Zwischenzeitlich hatte das Papier bis zu drei Prozent verloren, andere Angaben sprechen von noch deutlicheren Anfangsverlusten.
Der Gesamtmarkt zeigte dasselbe Muster: Der Kospi büßte phasenweise über zwei Prozent ein, auf den tiefsten Stand seit rund drei Monaten, und schloss am Ende 0,3 Prozent höher. Belastet hatten zunächst Zweifel an der Rentabilität von KI-Investitionen und hohe Bewertungen von KI-Aktien.
Seit Bekanntwerden der IPO-Pläne Ende September hat die SK-Hynix-Aktie mehr als 30 Prozent verloren, der Kospi knapp 20 Prozent. In diesem Umfeld hätte Solidigm für neue Anteile deutlich weniger erlöst als noch vor wenigen Wochen.
Hinzu kam Gegenwind von zwei Seiten. Viele Aktionäre fürchteten, eine eigene Notierung der Tochter könnte den Wert des Mutterkonzerns drücken. Südkoreas Finanzaufsicht stellte zudem klar, dass die Regeln gegen Doppelnotierungen auch bei einer Börsennotierung im Ausland gelten.
Das Werk bleibt die Baustelle
Solidigm baut SSD-Speicher für Server und KI-Rechenzentren. Die bestehenden Fabriken decken die Nachfrage nicht mehr, deshalb braucht die Tochter ein neues Werk in den USA. Der Börsengang sollte das Geld von außen beschaffen, im Gespräch war zunächst eine Vorab-Finanzierungsrunde über rund fünf Billionen Won.
Für Aktionäre ist der Stopp zunächst die bessere Nachricht, denn der Wert von Solidigm bleibt im Konzern. Gelöst ist das Finanzierungsproblem damit allerdings nicht. Das Werk muss trotzdem bezahlt werden.
Zahlt SK Hynix aus eigener Tasche, konkurriert die Investition mit dem Aktienrückkauf über 40 Billionen Won, den der Konzern im August beschleunigt hat. Marktbeobachter dürften deshalb genau darauf achten, ob der Konzern eine alternative Finanzierung präsentiert oder beim Rückkauf Abstriche macht. Konkrete Termine dafür nannte der Konzern bislang nicht.
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