SK Hynix verabschiedet sich vorerst von einem US-Börsengang seiner Flash-Speicher-Tochter Solidigm. Der Zeitpunkt passt zur Marktlage: Chipwerte stehen unter Druck, und der Konzern braucht trotzdem Geld für neue Kapazitäten in den USA.
Marktumfeld spricht gegen den Gang aufs Parkett
Solidigm stoppt die Prüfung möglicher Pre-IPO- und IPO-Optionen. Als Grund nennt das Unternehmen die jüngsten Kapitalmarktbedingungen und die Kursentwicklung. Die gestiegene Volatilität habe zu einer breiten Korrektur bei Halbleiterwerten beigetragen, daher habe man neu bewertet, ob ein Börsengang den bestehenden Aktionären nütze.
Ein IPO hätte den Ausbau von Solidigm finanzieren sollen und mehr Spielraum für Dividenden, Aktienrückkäufe und Einziehungen geschaffen. Der Investitionsbedarf bleibt laut SK Hynix unverändert. Die bestehenden Werke von Solidigm reichen demnach nicht aus, um die steigende KI-getriebene Nachfrage nach Speicherchips zu bedienen. Deshalb plant der Konzern eine neue Fertigungsanlage in den USA und prüft alternative Finanzierungswege.
Regulatorischer Gegenwind kam zusätzlich auf. Die südkoreanische Finanzaufsicht hatte am Montag erklärt, eine US-Notierung könnte gegen Regeln zu Doppelnotierungen verstoßen. Die Behörde prüft, ob der Schritt eine Untersuchung nach den Vorschriften zum Schutz von Minderheitsaktionären erfordert.
Aktie im Sog der KI-Korrektur
An der Börse in Seoul gab die Aktie am Freitagmorgen um bis zu drei Prozent nach. Sie gehörte zu den größten Belastungsfaktoren für den Leitindex Kospi, der um 2,1 Prozent fiel und ein Dreimonatstief erreichte. Auf Wochensicht steuert der Index auf ein Minus von mehr als vier Prozent zu.
Der Monatsvergleich zeigt das Ausmaß der Korrektur: SK Hynix verlor binnen eines Monats 34 Prozent. Rivale Samsung Electronics büßte 26,5 Prozent ein und gab am Freitag weitere 2,6 Prozent ab.
Auslöser ist die Sorge um die Finanzierung der KI-Infrastruktur. An der Wall Street verbuchte die Nasdaq am Donnerstag ihren schwächsten Handelstag seit Juni. Nvidia-Chef Jensen Huang hielt dagegen: Er erwarte bis 2029 kein Überangebot an Speicherchips, sagte er im Gespräch mit CNBC.
Für SK Hynix bleibt damit der Kapitalbedarf der Solidigm-Expansion das konkrete Thema. Wie der Konzern die neue US-Fabrik ohne Börsengang finanziert, hat er bislang nicht festgelegt.
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