Die Defense Logistics Agency der Vereinigten Staaten hat der US-Tochter SAP NS2 einen milliardenschweren Rahmenvertrag erteilt. Die nicht ausgeschriebene Vereinbarung für Cloud-Dienstleistungen besitzt ein potenzielles Gesamtvolumen von bis zu 903 Millionen US-Dollar. Die Laufzeit umfasst zunächst ein Basisjahr mit der Option auf sechs Verlängerungen um jeweils ein weiteres Jahr.
Der Vertrag deckt Cloud-Hosting, Software-Abonnements sowie Managed Services für das Enterprise-Resource-Planning-System der Behörde ab. Eingeschlossen sind unter anderem Cloud-Lösungen der Reihe SAP RISE. Für den Walldorfer Konzern markiert die Vereinbarung einen weiteren Erfolg bei US-Behörden: Bereits im September 2025 hatte die US-Armee einen Festpreisvertrag über 1 Milliarde US-Dollar für RISE-Lizenzen an SAP NS2 vergeben.
An den Finanzmärkten verzeichnete das Papier am heutigen Freitag dennoch leichte Abgaben. Die Aktie notiert bei 184,44 Euro, was einem Tagesverlust von 1,6 Prozent entspricht. Damit hält sich der Kurs weiterhin oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 179,94 Euro.
Führungsausbau in Mittel- und Osteuropa
Parallel zu den Aufträgen in Übersee stellt SAP die Führung in der europäischen Wachstumsregion neu auf. Mit Wirkung zum gestrigen Donnerstag übernahm Hermann Erlach die Position des Regional Managing Director für Mittel- und Osteuropa. Erlach steuert von Wien aus die Aktivitäten des Softwarekonzerns in 24 Ländern Zentral- und Osteuropas sowie Zentralasiens.
Der Manager kehrt nach Stationen bei Microsoft, wo er zuletzt das Österreich-Geschäft leitete, zu den Walldorfern zurück. Bereits zwischen 2008 und 2015 hatte er verschiedene Führungspositionen im Konzern inne. Die Region gilt für den Konzern auch als wichtiger Entwicklungsstandort: Allein am ungarischen Forschungs- und Entwicklungszentrum von SAP arbeiten mehr als 2.000 Fachkräfte.
Automatisierung und anstehende Termine
Für zusätzliche Impulse sorgt das strategische Konzept zur Unternehmensautomatisierung, das der Softwarekonzern jüngst in der Schweiz präsentierte. Unter dem Schlagwort des autonomen Unternehmens sollen künftig spezialisierte Software-Agenten wiederkehrende Arbeitsschritte in Unternehmen eigenständig abwickeln.
Genaueren Aufschluss über den operativen Geschäftsverlauf und die weltweite Nachfrage nach Cloud-Lösungen erhalten die Marktteilnehmer am 21. Oktober, wenn der Konzern seinen nächsten Quartalsbericht vorlegt.
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