Rocket Lab verschiebt den Erstflug seiner Neutron-Rakete ins Jahr 2027, und die Aktie gibt nach. Ein Analysthaus nimmt der Nachricht allerdings den Schrecken: Cantor Fitzgerald bleibt bei „Overweight“ und einem Kursziel von 122 Dollar.
Fertigungsproblem bremst Neutron
Das Unternehmen hatte den ersten Start mit Dummy-Nutzlasten bislang für das vierte Quartal 2026 angepeilt. Nun rutscht er ins kommende Jahr. Als Grund nennt Rocket Lab ein Fertigungsproblem, das zu Produktionsverzögerungen geführt hat.
An der Börse kam das schlecht an. Zum letzten Schlusskurs von 59,18 Dollar büßte die Aktie knapp 8 Prozent ein. Nachbörslich ging es weiter abwärts auf 54,66 Dollar. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf mehr als 13 Prozent, das Jahreshoch von 151 Dollar liegt weit entfernt.
Cantor sieht keinen langfristigen Schaden
Analyst Andres Sheppard nennt die Verzögerung enttäuschend, aber langfristig nicht wesentlich. Seine Investmentthese bleibe unverändert. Er rechnet nun mit dem Erstflug im zweiten Quartal 2027 und mit dem ersten umsatzbringenden Start im vierten Quartal 2027.
Das verschiebt auch die Planung danach. Rocket Lab hatte im Jahr nach dem Testflug drei kommerzielle Starts vorgesehen, im Folgejahr fünf. Dieser Zeitplan dürfte sich entsprechend nach hinten schieben.
Das Kursziel liegt damit gut doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs. Andere Häuser sind vorsichtiger: Raymond James setzte beim Start der Coverage ein Ziel von 80 Dollar, Berenberg von 83 Dollar. Das Analystenbild ist also breit gefächert, auch wenn alle genannten Häuser positiv gestimmt sind.
Breites Geschäft als Puffer
Rocket Lab ist mehr als ein Raketenbauer. Das Unternehmen liefert Satelliten und Raumfahrtkomponenten, die nach eigenen Angaben bereits mehr als 1.700 Missionen unterstützt haben. Mit der Electron fliegt zudem eine etablierte Rakete, hinzu kommt das Hyperschallprogramm Haste. Neu im Portfolio ist die germaniumfreie Solarzelle IMM Apex, die Kosten und Lieferkettenprobleme in der Raumfahrtenergie adressieren soll.
Der Umsatz wächst nach jüngsten Daten um 53 Prozent. Bewertungsmodelle stufen die Aktie trotzdem als überbewertet im Verhältnis zum fairen Wert ein. Für den Kurs zählt nun vor allem der nächste Meilenstein: Der Neutron-Erstflug, den Cantor im zweiten Quartal 2027 erwartet.
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